Housesitting in Südafrika Erfahrungen: Interview mit Theresa & Christoph über HomeExchange

Housesitting in Südafrika klingt für viele zunächst nach Abenteuer, und genau das ist es auch. Statt in Hotels oder Ferienunterkünften zu wohnen, ziehen Theresa und Christoph immer wieder in echte Häuser ein, übernehmen Verantwortung für Zuhause und Tiere und erleben den Alltag vor Ort aus einer sehr persönlichen Perspektive.

Die beiden haben 2021 ihr Haus in Deutschland verkauft, um dauerhaft ortsunabhängig zu leben und zu arbeiten. Heute sind sie als Autor, Speaker, Coach und Doterra Wellness Advocate unterwegs und nutzen Housesitting sowie HomeExchange gezielt als festen Bestandteil ihres Langzeitreise-Alltags. Einen Überblick über ihre Projekte findest du in ihrem Linktree.

In diesem Interview teilen sie ihre Housesitting in Südafrika Erfahrungen und berichten, wie sie Sicherheit vor Ort erlebt haben, welche Regionen sie empfehlen und warum sie besonders gerne auf HomeExchange Erfahrungen setzen. Du erfährst, wie das Punktesystem funktioniert, wie sie Housesitting und HomeExchange kombinieren und welche Learnings sie aus mehreren Monaten in Südafrika mitgenommen haben.

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Theresa & Christoph machen Erfahrungen mit Housesitting in Südafrika
Theresa & Christoph in Südafrika

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Südafrika Housesitting Erfahrungen

Einstieg & Hintergrund

1. Stellt euch kurz vor: Wer seid ihr, wie lebt und arbeitet ihr heute? Und wie kam es dazu, dass ihr euer Haus in Deutschland verkauft habt, um ortsunabhängig zu leben?

Wir sind Theresa und Christoph, Dauerreisende seit November 2021. Damals haben wir unserer immer schon vorhandenen Reiselust und unserem Wunsch nach Freiheit nachgegeben, haben unser Haus in Deutschland verkauft und sind losgezogen in die Welt. Die Umstände bezüglich Corona haben uns dazu noch einen zusätzlichen Motivationsschub („Arschtritt“ :D) gegeben.

Heute sind wir noch immer unterwegs und lieben es, auch wenn sich unser Reisestil über die Jahre verändert hat und wir heute, dank HomeExchange* und TrustedHousesitters, länger an Orten verweilen und dort in echten Zuhauses (nicht nur Ferienwohnungen) leben können – das fühlt sich mehr nach Leben als nach Reisen an, mehr nach Locals als nach Touristen, und passt gerade gut für uns.

2. Wie seid ihr ursprünglich auf das Thema Housesitting aufmerksam geworden und was hat euch besonders daran gereizt, es langfristig in euren Reisealltag zu integrieren?

Wir sind auf das Thema Housesitting durch Zweierlei aufmerksam geworden: zum einen durch euren Post zu TrustedHousesitters vor zwei Jahren oder so (ja, ihr wart ein Teil unserer Inspiration). Zum anderen, weil uns Freunde in L.A. gefragt haben, ob wir einen Monat lang auf ihren Hund aufpassen könnten. Das haben wir gemacht und es hat uns gut gefallen.

Zeitgleich haben wir die Plattform HomeExchange* kennengelernt (s.u.) und sie als hervorragende Möglichkeit für uns entdeckt, unser Apartment in Tulum, Mexiko, zu vermieten, was auf HomeExchange erheblich besser für uns funktioniert als auf Airbnb. Und da wir Dauerreisende sind, ist das aus finanzieller Sicht für uns genauso sinnvoll, als würden wir das Apartment gegen Geld vermieten.

Das bringt uns auch zu einem Grund, warum wir Housesitting lieben – es spart eine Menge Geld und gleichzeitig hat man ein richtiges Zuhause: voll ausgestattete Küchen (Theresa liebt Kochen), meistens mit Garten oder Terrasse und oft sogar in einer Größe und Luxuriosität, dass wir eine solche Unterkunft aus Budgetgründen niemals buchen würden, selbst wenn sie auf Airbnb angeboten werden würde.

Hinzukommt auch noch, dass Christoph Hunde liebt und eigentlich selbst gerne einen hätte, was aber natürlich aufgrund unseres Lebensstils nicht geht. So ist das Housesitting eine hervorragende Möglichkeit, um Zeit mit Hunden verbringen zu können. Etwas, das Christoph (und mittlerweile auch Theresa) sehr genießt. Eine Win-win-win-Situation!

Christoph beim Dogsitting in Südafrika
Happy Christoph: Er hätte am liebsten selbst ein Hund als Haustier. (Bild: Theresa & Christoph)

3. Wann wart ihr das erste Mal in Südafrika und wie kam die Entscheidung zustande, das Land länger und mit Housesitting zu erleben, statt nur auf Reisen vorbeizuschauen?

Wir waren im Januar, Februar und März 2025 das erste und bislang einzige Mal in Südafrika. Die Entscheidung, das Land länger zu bereisen, haben wir getroffen, weil es irgendwie bisher nie auf unserer Route lag und wir es ausführlich genießen wollten, wenn wir es schon endlich mal dorthin geschafft haben.

Das mit HomeExchange/Housesitting zu tun, lag aufgrund des guten Angebots dort und der genannten finanziellen Vorteile nahe.

Warum Südafrika für Housesitting & HomeExchange?

4. In welchen Regionen Südafrikas habt ihr bereits Häuser gehütet und wie lange wart ihr insgesamt im Land unterwegs?

Wir haben Housesitting/HomeExchanges entlang der gesamten Garden Route (also zwischen Kapstadt und Port Elizabeth) sowie nahe des Kruger Nationalparks gemacht. Insgesamt waren wir 2,5 Monate im Land.

5. Wie unterscheidet sich der Alltag beim Housesitting in Südafrika von anderen Ländern, in denen ihr schon gesittet habt? Gibt es Besonderheiten, die euch direkt aufgefallen sind?

In Südafrika ist uns aufgefallen, dass man sich oft nicht um die Endreinigung nach dem Aufenthalt kümmern muss, da viele Hausbesitzer dort fest angestelltes Reinigungspersonal haben, das ohnehin regelmäßig für Sauberkeit sorgt. Sehr angenehm.

Sicherheit beim Housesitting in Südafrika

6. Sicherheit ist bei Südafrika oft ein großes Thema: Wie habt ihr das als Housesitter erlebt, z. B. in Bezug auf Alarmanlagen, Gated Communitys oder Nachbarschaft?

Unser spannendster Sit/Exchange war auf einer großen Farm mitten im Nirgendwo in der Nähe von Jeffreys Bay. Dort sind wir tatsächlich zum ersten Mal mit für uns ungewöhnlichen Sicherheitsvorkehrungen, wie einem elektrischen Zaun und einer Alarmanlage (die auch einmal Fehlalarm hatte, was uns ziemlich erschreckt hat), sowie Flutbeleuchtung um das gesamte Haus während der Nacht konfrontiert worden …

Das stand in ziemlichem Kontrast zu anderen Sits in Südafrika, die in Gated Communitys lagen, wo die Eigentümer uns gesagt haben, wir könnten die Haustür dort eigentlich den ganzen Tag offenstehen lassen. 😀

Tiere, Natur und besondere Erlebnisse in Südafrika

7. Welche Tiere habt ihr in Südafrika betreut und gab es dabei spezielle Anforderungen, etwa durch Klima, größere Gärten oder die lokale Tierwelt?

In Südafrika hatten wir tatsächlich nur einmal einen Dogsit, da wir dort vor allem HomeExchange genutzt haben (wo normalerweise keine Tiere involviert sind). Der Dogsit war auf der oben genannten Farm, hat uns viel Freude gemacht und war ungewöhnlich, da die Hunde sehr viel Auslauf hatten auf der riesigen Farm. Wir sollten explizit nicht mit ihnen Gassigehen (was aufgrund fehlender Leinen auch gar nicht möglich gewesen wäre …), und das war deshalb eine sehr entspannte Erfahrung mit gleichzeitig sehr lieben Hunden für uns.

Spannende Tiererfahrungen hatten wir aber in anderen Häusern, bspw. bei einem HomeExchange in der Nähe des Kruger Nationalparks, wo eines Morgens eine Herde Zebras in unserem Garten vorbeigeschaut hat. Das sind Erlebnisse, die man nie vergisst.

Glücklicher Hund beim Housesitting HomeExchange in Südafrika Erfahrungen
Glücklicher Housesitting-Hund in Südafrika. (Bild: Theresa & Christoph)

Herausforderungen im Alltag von Südafrika

8. Welche Herausforderungen sind euch beim Housesitting in Südafrika begegnet (z. B. Loadshedding/Stromabschaltungen, Wasserknappheit, längere Distanzen) und wie seid ihr damit umgegangen?

Wir hatten ein paar Erfahrungen mit Loadshedding, wo uns die Eigentümer lieberweise sogar vorher einen Plan geschickt hatten, wann der Strom abgeschaltet wird. Genau gepasst hat der aber nicht und man musste sich einfach flexibel darauf einstellen. Aber große Einschränkungen sind uns nicht in Erinnerung geblieben, da der Strom glücklicherweise immer nur kurz weg war (wir hatten vielleicht auch Glück).

HomeExchange Erfahrungen: Was ist das & wie funktioniert es?

9. Für alle, die HomeExchange noch nicht kennen: Könnt ihr kurz erklären, was HomeExchange ist und wie der Tausch bzw. das Punktesystem grundsätzlich funktioniert?

HomeExchange ist eine Plattform, im Grunde wie Airbnb, nur mit dem Unterschied, dass kein Geld involviert ist. Man muss eine Immobilie dort zur Verfügung stellen, die andere buchen können, und dafür bekommt man dann sogenannte Guestpoints. Die kann man dann nutzen, um wiederum selbst die Häuser/Apartments anderer zu buchen.

HomeExchange ist mittlerweile in erstaunlich vielen Ländern auf der Welt sehr populär, besonders in englischsprachigen Regionen wie den USA, dem UK, Australien, Neuseeland, Südafrika und Kanada. Wir haben dort unser Apartment in Tulum (Mexiko) eingestellt und, wie oben bereits erläutert, funktioniert das für uns sehr gut.

Der einzige Unterschied im Nutzungserlebnis im Vergleich zu Airbnb ist, dass offenbar einige Nutzer auf der Plattform sind, denen die „Ernsthaftigkeit“ der Sache nicht ganz bewusst ist. Weshalb sie auf Buchungsanfragen einfach nicht antworten, oder sich herausstellt, dass sie keine Verfügbarkeit haben, obwohl es im Kalender angegeben war. Das führt nach unserer Erfahrung dazu, dass man im Schnitt 5 Unterkünfte anschreiben muss, um letztlich eine buchen zu können. Bedenkt man die oben genannten Vorteile und die meistens ziemlich coolen Häuser, die man bekommt, ist das für uns aber ein verschmerzbarer Nachteil, der von den Vorteilen bei weitem aufgewogen wird.

10. Wie habt ihr selbst HomeExchange entdeckt und was hat euch überzeugt, die Plattform intensiv zu nutzen?

Theresa war tatsächlich vom Film „Liebe braucht keine Ferien“ dazu inspiriert, zu recherchieren, ob es so etwas wirklich gibt, denn in dem Film machen die Hauptfiguren das ja (dort allerdings als reciprocal exchange, nicht mit Guestpoints, was bei HE übrigens auch möglich wäre, wenn man will).

Wir haben es ausprobiert und es hat sich bald herausgestellt, dass es für uns und unsere Situation hervorragend geeignet und genau das Richtige ist, aufgrund all der oben bereits genannten Gründe (bessere Vermietung unseres Apartments, große Geldersparnis, tolle „Zuhauses“, die man bekommt).

HomeExchange vs. klassisches Housesitting

11. Welche Unterschiede seht ihr zwischen klassischem Housesitting (z.B. über Plattformen) und einem Aufenthalt über HomeExchange? In welchen Situationen bevorzugt ihr welches Modell?

Der klarste Unterschied zwischen HomeExchange und TrustedHousesitters ist natürlich, dass bei HomeExchange normalerweise keine Tiere involviert sind (obwohl wir da auch schon mal Hühner hatten). Außerdem steht dort für beide Seiten der Aspekt der Unterkunft und des Haustausches im Vordergrund, während bei TrustedHousesitters der Zweck ist, dass Menschen jemanden finden, der sich um ihre Haustiere kümmert, während sie verreist sind.

Das hat zur Folge, dass man bei HomeExchange weniger das Gefühl hat, Verantwortung für etwas zu haben, wenngleich man natürlich trotzdem sorgsam und liebevoll mit dem Zuhause des anderen umgeht. Aber insgesamt ist bei TrustedHousesitters schon mehr die Verantwortung und der Aspekt des „Wir wurden hier gebucht und erbringen eine Dienstleistung“ zu spüren. Wir finden beide Modelle klasse und nutzen sie, wenn möglich, abwechselnd, sodass wir mal eine Zeit ohne viel Verantwortung nur für uns haben (wo wir auch mal längere Ausflüge etc. machen können), gefolgt von einer Zeit, die wir mit Hunden verbringen können. Es ist auch sehr angenehm, beide Möglichkeiten zur Verfügung zu haben, da in manchen Regionen keine oder nur sehr wenige Petsits verfügbar sind, dafür aber mehr HomeExchanges.

Gastgeberkontakt und Austausch vor Ort

12. Wie liefen die Kontakte mit den HomeExchange-Gastgebern in Südafrika ab und worin unterscheiden sie sich von euren Erfahrungen in anderen Ländern?

Keine großen Unterschiede, außer vielleicht, dass wir in Südafrika zweimal Exchanges hatten, wo wir in der Einliegerwohnung des Gastgebers gewohnt haben, der selbst auch zu Hause war. Das hatten wir so nirgends anders bislang, war aber sehr nett, weil man dadurch den Gastgeber mal selbst kennenlernen und sich ein wenig austauschen konnte, was sonst meistens nicht der Fall ist. Bei einem der Exchanges haben wir so sogar bei einer Käseplatte stundenlang mit dem Gastgeber geplaudert und viel über Geschichte und Politik Südafrikas erfahren. Sehr spannend.

HomeExchange in Südafrika mit großer Fensterfront, davor wilde Tiere.
Schönes Haus mit großen Fenstern und traumhafter Aussicht beim HomeExchange in Südafrika: Ein tierischer Gast sagt Hallo. (Bild: Theresa & Christoph)

Langzeitreise in Kombination mit Housesitting in Südafrika

13. Welche Vorteile seht ihr darin, als digitale Nomaden eine Mischung aus Housesitting und HomeExchange zu nutzen – gerade mit Blick auf Kosten, Arbeitsalltag und eure Komfortzone?

Wir genießen es, wie gesagt, sehr, in echten „Zuhauses“ wohnen zu können anstatt in eher seelenlosen Airbnbs oder Hotels. Das erdet und gibt einem das Gefühl, mehr wie ein Local in dem Land zu leben, als es nur als Tourist zu bereisen. Für uns als Dauerreisende ist das sehr wichtig, da das rein touristische, schnelle, nicht geerdete Reisen uns auf Dauer erschöpfen und uns auf die Nerven gehen würde.

Und natürlich spart man zudem auch noch extrem viel Geld, was unseren Lebensstil letztlich vermutlich sogar günstiger macht, als wenn wir dauerhaft in Deutschland leben würden. Oder jedenfalls nicht teurer. Zudem ermöglichen uns diese Plattformen auch das längere Bereisen von Ländern, in denen Unterkünfte sehr hochpreisig sind, wie den USA, Australien oder Kanada. Diese Länder würden wir sonst nicht oder jedenfalls definitiv nicht so lange bereisen.

14. Wie habt ihr eure Aufenthalte in Südafrika geplant: Habt ihr zuerst Housesits oder HomeExchange-Angebote gesucht und dann die Route drumherum gebaut oder eher spontan entschieden?

Im Falle von Südafrika haben wir es tatsächlich so gemacht, dass wir von Anfang an wussten, welche Route wir wollten (Garden Route und Abstecher zum Kruger Nationalpark), und dann versucht haben, HomeExchanges an verschiedenen Stellen entlang der Route zu finden. In anderen Ländern (bspw. aktuell in Neuseeland und Australien) machen wir es aber auch oft andersherum, d.h. wir schauen zuerst, wo es gute Angebote gibt, und überlegen uns dann, ob wir da hinwollen. Auf diese Weise haben wir z.B. auch letztes Jahr bei einem Dogsit eine mega schöne Gegend in Nordkalifornien (Placerville) kennengelernt, in die wir sonst wohl nie gekommen wären.

Praktische Tipps für Südafrika und HomeExchange

15. Was sollten Reisende wissen, die zum ersten Mal nach Südafrika kommen und dort Häuser hüten möchten im Hinblick auf Sicherheit, Versicherung und Vorbereitung?

Das Einzige, was wir hier sagen können: Wir haben oft gelesen, dass ein Aufenthalt in Johannesburg eher zu vermeiden ist aufgrund von eher problematischer Sicherheit bei gleichzeitig fehlendem Reiz der Stadt. Deshalb haben wir das gar nicht erst eingeplant. An der Garden Route dagegen war es wunderbar. Nur Port Elizabeth, der „Endpunkt“ der Garden Route, hat sich in den letzten Jahren offenbar verschlechtert, was Sicherheit und Ambiente angeht. Dort hat es uns von allen Orten, die wir in Südafrika bereist haben, am wenigsten gefallen, und wir würden die Stadt beim nächsten Mal nicht mehr besuchen.

16. Welche Unterlagen oder Rahmenbedingungen waren für euch wichtig (z.B. Visum, internationale Führerscheine, Police Check, gute Auslandskrankenversicherung), bevor ihr länger in Südafrika geblieben seid?

Als Dauerreisende haben wir ohnehin eine gute Auslandskrankenversicherung, das war nichts, was wir für Südafrika extra abgeschlossen hätten. Einen internationalen Führerschein haben wir auch, aber der wurde noch in keinem Land von uns verlangt (auch nicht in Südafrika). Insofern muss unsere Antwort hier wohl lauten: nichts Spezielles. 🙂

17. Habt ihr besondere Tipps für das Thema Vertrauen: Wie baut ihr zu Hosts bzw. Tauschpartnern über HomeExchange eine gute Beziehung auf, bevor ihr tatsächlich einzieht?

Generell achten wir darauf, in unseren Anfragen immer sehr freundlich zu sein und deutlich zu machen, dass es für uns selbstverständlich ist, das Zuhause anderer wie unser eigenes zu behandeln und zu pflegen. Umgekehrt checken wir auch das Profil und die Bewertungen anderer, die unser Apartment auf HomeExchange buchen wollen. Besonders deren Zuhause, das sie auf der Plattform eingestellt haben, sagt da oft viel aus.

Die meisten haben sehr schöne Bilder ihres Zuhauses, aber wir hatten auch schon (sehr selten) Anfragen von Leuten, die schreckliche Bruchbuden angeboten haben und deren Buchungsanfrage für unser Apartment wir aufgrund dessen abgelehnt haben. Überwiegend ist der Umgang auf HomeExchange aber sehr, sehr gut und von erheblich mehr Freundlichkeit und Respekt geprägt als bspw. auf Airbnb. Auch deshalb bevorzugen wir die Plattform ganz klar gegenüber Airbnb.

18. Gibt es Regionen oder Städte in Südafrika, die ihr für Housesitting oder HomeExchange besonders empfehlen könnt, und gibt es Gegenden, die ihr persönlich eher meiden würdet?

Wie oben bereits gesagt: Johannesburg und Port Elizabeth würden wir meiden.

Ansonsten waren die Orte entlang der Garden Route, in denen wir waren, alle sehr schön. Und in der Region um den Kruger Nationalpark können wir besonders Marloth Park empfehlen: eine Ansiedlung von (Ferien)häusern, zwischen denen Zebras, Giraffen, Kudus und Warzenschweine frei herumlaufen und einen auch gerne mal im Garten besuchen. Ein einzigartiges Erlebnis. Kapstadt hat uns auch sehr gut gefallen, dort war es allerdings aufgrund der großen Popularität der Stadt sehr schwierig, gute HomeExchanges zu finden, und wir mussten einmal auf ein Airbnb zurückgreifen.

Persönliche Erfahrungen & Ausblick

19. Welche Begegnungen oder Erlebnisse aus Euren Südafrika-Aufenthalten sind euch besonders im Gedächtnis geblieben (menschlich oder tierisch)?

Da gibt’s einige. Südafrika ist ein wunderschönes Land. Besonders im Gedächtnis geblieben sind uns sicherlich Momente, wie im bereits erwähnten Örtchen Marloth Park, wo ein Zebra seinen Kopf durch unser Autofenster steckte, weil es roch, dass wir Essen dabei hatten, oder als uns eine ganze Affenfamilie morgens im Garten besuchte.

Menschlich hatten wir in Südafrika viele schöne Erfahrungen mit unseren Hosts, wie gesagt viel mehr als sonst. Da ergaben sich immer wieder sehr herzliche und interessante Gespräche und wir haben die Südafrikaner insgesamt als besonders herzliche Menschen kennengelernt.

Neugieriges Zebra steckt den Kopf durch das Autofenster in Südafrika
Das neugierige Zebra in Marloth Park (Südafrika) auf der Suche nach Essen. (Bild: Theresa & Christoph)

20. Wie hat euch Südafrika als Land (und euer Leben dort auf Zeit) persönlich beeinflusst, z.B. in Bezug auf Sicherheitsempfinden, Gelassenheit oder eure Sicht aufs ortsunabhängige Leben?

Was uns dort sehr deutlich aufgefallen ist, ist der krasse Unterschied zwischen „arm und reich“, den wir so deutlich eigentlich in noch keinem anderen Land wahrgenommen haben. Denn es gibt dort eine (überwiegend von Weißen besiedelte) Welt, die sich im Grunde sehr ähnlich wie die USA oder Australien anfühlt, mit schönen, modernen, teils auch sehr großen und luxuriösen Häusern, und daneben gibt es eine (überwiegend von Schwarzen besiedelte) Welt, in der man sich plötzlich vorkommt wie in einem sogenannten „Dritte-Welt-Land“, mit Wellblechhütten und Slums. Das hat uns nicht direkt persönlich beeinflusst, aber es war schon krass, das mal so deutlich zu sehen, und wir haben viel darüber nachgedacht, was die Gründe dafür sein könnten.

21. Wenn ihr an eure Zukunft denkt: Welche Rolle sollen Housesitting und HomeExchange weiterhin in eurem Lebensmodell spielen und steht Südafrika nochmal auf eurer Liste?

Aufgrund der bereits genannten vielen Vorteile werden Housesits und HomeExchanges sicherlich erstmal weiter ein wichtiger Teil unseres Lebensmodells sein. Wie gesagt, erleichtern sie aktuell unseren Lebensstil enorm und machen ihn teilweise sogar erst möglich. Aber klar: Was morgen ist, weiß niemand, und man sollte sich immer die Frage stellen: Was ist jetzt stimmig? Südafrika fanden wir insgesamt sehr, sehr schön, sodass wir uns definitiv vorstellen könnten, dort irgendwann nochmal ein paar Monate zu verbringen. Dauerhaft dort leben würden wir aufgrund der aktuellen politischen Lage allerdings nicht wollen.

3 Tipps zum Abschluss

22. Zum Abschluss: Welche drei konkreten Tipps würdet ihr jemandem geben, der oder die zum ersten Mal mit Housesitting oder HomeExchange nach Südafrika gehen möchte?

Zunächst mal: Glaub nicht alles, was man dir über andere Länder für Schauergeschichten erzählt. Dadurch verpasst du unter Umständen viel Schönes. 😉 Das gilt aber für die ganze Welt, nicht nur für Südafrika.

Zweitens: Sei unvoreingenommen und lass dich überraschen. Denn Südafrika ist nicht wirklich in dem Sinne „afrikanisch“, wie man sich das so vorstellt.

Und drittens: Miete dir ein Auto und erkunde möglichst viel von der Garden Route, denn es ist überall ein wenig anders und es gibt viel zu entdecken, und wenn du Tierbeobachtung liebst: Besuche Marloth Park und den Kruger Nationalpark – das ist schon etwas ganz Besonderes.

So wirst du selbst zum Housesitter in Südafrika

Du möchtest nun selbst Housesitting in Südafrika ausprobieren und das Land nicht nur bereisen, sondern wirklich erleben? Dann ist eine internationale Plattform wie TrustedHousesitters ein sehr guter Startpunkt. Dort findest du weltweit Housesits mit Tierbetreuung und kannst dich gezielt auf passende Angebote bewerben.

Wichtig ist ein aussagekräftiges Profil: Sei ehrlich, sympathisch und zuverlässig, erzähle etwas über dich und deine Motivation und gehe unbedingt auf deine Erfahrungen mit Tieren oder Hausbetreuung ein. Freundliche Fotos, gerne auch mit Tieren, helfen zusätzlich dabei, Vertrauen aufzubauen.

Die Anmeldung bei TrustedHousesitters ist zunächst kostenlos*. Um dich aktiv auf Housesits bewerben zu können, benötigst du eine kostenpflichtige Mitgliedschaft. In der folgenden Übersicht siehst du die verschiedenen Jahresmitgliedschaften und ihre Unterschiede.

Für Sitter gibt es die folgenden drei Optionen für jährliche Mitgliedschaften bei TrustedHousesitters:

Über diesen Link aktivierst du 15 % Rabatt auf alle TrustedHousesitters-Mitgliedschaften*.

Basic
Sitter

119€
  • günstigste Variante bei TrustedHousesitters
  • weltweit Housesitting-Angebote finden und sich darauf bewerben
  • zzgl. Buchungsgebühr von ca. 10 € pro vereinbartem Sit
  • begrenzte Benachrichtigungen für neue Angebote

Beliebt

Standard
Sitter

149€

wie Basic, zusätzlich:

Premium
Sitter

239€

wie Standard, zusätzlich:

Housesitting gezielt für Südafrika suchen

Sobald dein Profil steht, kannst du gezielt nach Angeboten in Südafrika suchen. In der App von TrustedHousesitters lassen sich Suchfilter und Benachrichtigungen einrichten, sodass du sofort informiert wirst, wenn ein neuer Housesit veröffentlicht wird, der zu deinen Kriterien passt. Gerade für längere Aufenthalte lohnt es sich, regelmäßig reinzuschauen und schnell zu reagieren.

Tipp: Viele südafrikanische Hosts suchen Housesitter über Weihnachten und Neujahr sowie in den Sommerferien, weil sie in dieser Zeit selbst verreisen.

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Logo von der Housesitting Plattform TrustedHousesitters

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Alternative zum klassischen Housesitting

Wie Theresa & Christoph im Interview zeigen, ist HomeExchange eine spannende Ergänzung oder Alternative zum klassischen Housesitting. Statt Haustierbetreuung steht hier der Wohnungstausch im Mittelpunkt, entweder direkt im gegenseitigen Tausch oder über ein Punktesystem mit sogenannten GuestPoints.

HomeExchange eignet sich besonders für alle, die eine eigene Wohnung oder ein Zuhause haben, das sie zeitweise zur Verfügung stellen können. Das macht die Plattform nicht nur für Langzeitreisende interessant, sondern gerade auch für Menschen, die „klassisch“ Urlaub machen möchten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Man wohnt oft in richtig schönen, voll ausgestatteten Unterkünften und spart sich viele Übernachtungskosten. Gleichzeitig fühlt es sich häufig mehr nach Alltag und weniger nach Touristenmodus an, weil man in echten Wohnvierteln lebt.

Für Langzeitreisende kann HomeExchange ebenfalls sehr gut funktionieren, wenn sie eine feste Base haben oder zum Beispiel eine Wohnung, die sie während ihrer Reisen an andere Mitglieder vergeben können. Wer nicht über eine Wohnung oder ein Haus verfügt, wird das Modell dagegen oft weniger nutzen können, weil HomeExchange grundsätzlich darauf basiert, dass man selbst Wohnraum zur Verfügung stellt. Genau dieses flexible Prinzip nutzen Theresa & Christoph seit Längerem und teilen ihre Erfahrungen damit sehr offen im Interview.

Über den HomeExchange-Sponsoring-Link von Theresa & Christoph* erhältst du 250 GuestPoints für deinen nächsten Urlaub. Wenn du mehr über ihre Arbeit, Projekte und ihren Weg ins ortsunabhängige Leben erfahren möchtest, findest du alle Infos gesammelt im Linktree von Theresa & Christoph.

Ein kleiner Namens-Zufall zum Schluss

Ist dir aufgefallen, dass unsere Interviewgäste fast so heißen wie wir? Wir sind Theresa & Christopher, und unsere Interviewgäste heißen Theresa & Christoph. Kennengelernt haben wir uns über Instagram und sind dort wegen der Ähnlichkeit unserer Namen schnell ins Gespräch gekommen. Später haben die beiden dann unsere Housesitting-Berichte gelesen und in diesem Interview erzählt, dass sie dadurch zusätzlich inspiriert wurden, tiefer in das Thema einzusteigen. Das zeigt für uns ziemlich gut, wie die Housesitting-Welt funktioniert: Man inspiriert einander, teilt Erfahrungen, und plötzlich eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten.

Egal, ob du über TrustedHousesitters mit Haustieren reist oder über HomeExchange ein Zuhause auf Zeit findest: Südafrika kann ein außergewöhnlicher Ort sein, um Housesitting auf eine ganz neue Weise zu erleben.

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