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Housesitting Warnsignale: 28 Red Flags, bei denen du einen Housesit besser ablehnst

Housesitting kann großartig sein. Aber es gibt Angebote, bei denen du schon in der Beschreibung oder im ersten Kennenlern-Call merkst: Das wird eher Stress als Freude.

Wir sind langjährige Housesitter und seit mehreren Jahren regelmäßig im Einsatz. Dabei haben wir schon sehr viele Inserate gesehen und auch selbst einige Situationen erlebt, die wir heute klar als Warnsignal einordnen würden. Manche Red Flags haben wir früh erkannt, andere haben wir leider erst im Nachhinein richtig eingeordnet. Wie solche Fälle aussehen können, zeigen wir dir auch in unserem Beitrag zu negativen Erfahrungen beim Housesitting.

Damit dir genau das erspart bleibt, teilen wir hier 28 Housesitting-Red-Flags. Das sind frühe Warnsignale, bei denen wir persönlich sehr vorsichtig werden oder den Housesit direkt absagen.

Wichtig: Manche Punkte sind No-Gos, andere sind Grenzen, die je nach Person unterschiedlich sind. Wir markieren das entsprechend im Blogbeitrag.

Falls du neu im Thema bist: Hier erklären wir kurz und verständlich, was Housesitting ist.

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Kurz-Checkliste: 28 Housesitting Red Flags auf einen Blick

Warnsignale zum Haus oder der Wohnung

Hier geht es um alles, was du schon in der Beschreibung an der Unterkunft erkennst. Viele Red Flags zeigen sich über Fotos, Privatsphäre-Themen und die Frage, ob du dort wirklich alltagstauglich wohnen kannst.

1) Keine (brauchbaren) Fotos vom Zuhause

Wenn im Inserat kaum Bilder zu sehen sind oder nur Umgebungsfotos ohne Innenräume, ist das für uns ein schlechtes Zeichen. Du kannst Zustand, Sauberkeit und Basics einfach nicht einschätzen. Wir fragen dann aktiv nach Fotos von Wohnbereich, Küche, Bad und dem Schlafplatz. Kommt da nichts Verwertbares, sagen wir in der Regel den Housesit ab.

2) Unordentliche oder abschreckende Bilder

Klar: Niemand muss für ein Housesitting-Angebot eine Design-Wohnung inszenieren. Aber wenn es schon auf den Fotos so wirkt, als wäre alles vollgestellt oder ungepflegt, ist das ein realistischer Hinweis auf den Alltag vor Ort. Wir sprechen das diplomatisch an und fragen, wie die Unterkunft vor eurer Anreise vorbereitet wird. Reaktion und Tonfall verraten oft mehr als die Fotos.

Erfahre hier, was einen guten Housesitting-Gastgeber ausmacht.

3) Gastgeber-Profil wirkt anonym oder widersprüchlich

Kein erkennbares Profilbild, extrem vage Angaben oder Informationen, die sich widersprechen, machen uns vorsichtig. Und Housesitting lebt von beidseitigem Vertrauen.

Im Kennenlerngespräch mit den Hosts klären wir deshalb konkret: Wer wohnt im Haus oder der Wohnung? Wer ist Ansprechpartner während des Housesits? Wer hat den Haustürschlüssel oder Code für die Alarmanlage? Wenn die Infos schwammig bleiben oder nicht beantwortet werden, ist es selten ein gutes Zeichen.

4) Aktive Überwachungskameras im Innenbereich

Für uns ist das ein klares Nein: Innenkameras, die während des Housesits laufen sollen, passen nicht zu Housesitting auf Augenhöhe und Vertrauen. Auch wenn Hosts es nur aus Sicherheitsgründen nutzen, fühlt es sich schnell nach Kontrolle an. Wir klären das vorab direkt und freundlich. Wenn jemand darauf besteht, ist der Sit für uns erledigt.

Bei Housesits, die über TrustedHousesitters vereinbart werden, dürfen interne Aufnahme-/Überwachungsgeräte während eines Sits nicht aktiviert sein. Außenkameras oder Video-Türklingeln können okay sein, aber sie müssen offen kommuniziert werden. Wenn das erst später rauskommt, ist das kein guter Start. Bei THS sind Außenkameras grundsätzlich möglich, solange sie Außenbereiche überwachen.

Erfahre hier, wie wir nach versteckten Kameras suchen und was wir nach der Ankunft beim Housesit als erstes machen.

5) Familie/Freunde sollen regelmäßig vorbeikommen

Einmal Pflanzen gießen oder Post holen kann okay sein. Aber regelmäßig vorbeikommen, um nach dem Rechten zu sehen kippt wandelt sich schnell in Kontrolle. Richtig schwierig wird’s, wenn Dritte während des Sits im Haus wohnen sollen. Dies verstößt beispielsweise klar gegen die Regeln von der beliebten Plattform TrustedHousesitters und ein solcher Housesit könnte dort gemeldet werden (Dienstleister wie Gärtner/Putzhilfe sind okay, wenn vorher abgesprochen und nicht „live-in“.).

Wir fragen immer ganz klar nach Häufigkeit, Anlass und ob es wirklich notwendig ist. Je mehr Überwachung wir befürchten, desto eher sagen wir ab.

6) Du darfst Küche oder Wohnräume nicht richtig nutzen

Bei Housesitting wird nicht nur der kostenfreie Schlafplatz gegen Arbeit getauscht, sondern es ist vielmehr ein Tausch auf Augenhöhe. Wenn du keine Basics wie Gewürze verwenden darfst, kaum Platz im Kühlschrank bekommst oder bestimmte Räume tabu sind, fühlt sich das selten gut an. Wir haben außerdem schon Inserate gesehen, bei denen der Housesitter während seines Aufenthalts in einer Art “Gartenhütte” wohnen soll, weil er nicht im Haupthaus wohnen darf. Wie soll sich der Housesitter dann um die Instandhaltung des Hauses kümmern?

Wir klären deshalb früh: Welche Räume dürfen wir nutzen? Was ist mit Basics in der Küche wie Gewürze? Wenn du dich schon vorab wie ein Störfaktor fühlst, wird es meistens nicht besser.

7) Schlafplatz auf Couch/Luftmatratze, obwohl es ein Bett gibt

In manchen Wohnungen ist kein Gästezimmer vorhanden. In solchen Fällen durften wir bislang immer im Schlafzimmer der Gastgeber übernachten. Sollst du auf der Couch oder auf einer Luftmatratze schlafen, fänden wir das unangebracht, sofern es in der Wohnung ein richtiges Bett gibt. Gerade bei längeren Sits wird Schlafqualität zum echten Faktor. Wir fragen offen nach, wo wir schlafen sollen und ob es Alternativen gibt. Kommt da keine faire Lösung, lehnen wir eher ab.

Red Flags rund ums Haustier

In diesem Abschnitt geht es um Warnsignale bei den Haustieren selbst und der Tierhaltung. Besonders wichtig sind klare Infos zu Routine, Verhalten, Alleinbleiben und gesundheitlichen Themen wie Medikamente oder Insulin.

8) Tonfall: „Niemand ist gut genug für unser Tier“

Wenn sich die Beschreibung des Housesitting-Angebots so liest, als könnte man es sowieso nicht richtig machen, ist das ein Warnsignal. Oft steckt dahinter ein hoher Anspruch, der im Alltag zu Stress führen kann. Lies dir daher unbedingt die Bewertungen der bisherigen Housesitter aufmerksam durch. Sind diese ausführlich oder nur sehr kurz gehalten? Wurden überhaupt Bewertungen abgegeben?

9) Bewertungen sind auffällig

Bewertungen sind Gold wert, wenn man zwischen den Zeilen liest. Denn beim Aufmerksamen Lesen der Bewertungen können dir passiv-aggressive Antworten auf frühere Bewertungen von Housesittern, die etwas zu bemängeln hatten, auffallen. Wenn Hosts auf Kritik spitz reagieren oder alles sehr ausweichend klingt, werden wir skeptisch. Auch keine abgegebenen Bewertungen können ein Hinweis sein, muss es aber nicht. Wir lesen außerdem gern, wie Hosts frühere Sitter bewertet haben, weil man daran den Umgangston erkennt.

10) Haustier wird wie ein Kind beschrieben

Natürlich lieben Menschen ihre Haustiere, völlig verständlich. Wenn die Beschreibung aber extrem emotional ist und wenig konkrete Infos enthält, könnte es im Problemfall manchmal schwierig werden, vor allem bei der Kommunikation.

Wir klären vorher am liebsten alle Fakten ab: Routine, Eigenheiten, Grenzen, gesundheitliche Themen, Tierarzt, Notfallplan für das Haustier. Je klarer diese Informationen sind, desto entspannter wird unseren Erfahrungen nach der Sit.

11) Das Tier muss im Bett schlafen (Grenz-Thema)

Für manche ist das okay, für andere nicht. Das Problem ist nicht das Bedürfnis des Tieres, sondern wenn es als unverhandelbare Pflicht kommuniziert wird. Für uns persönlich ist das ein Warnsignal, aber für dein persönliches Empfinden könnte das bereits anders aussehen. Je nachdem, ob du es magst, wenn Haustiere in deinem Bett schlafen, kannst du vor einem Housesit abwägen, ob es für dich in Ordnung ist. Wir klären das im Kennenlern-Interview freundlich, aber eindeutig: Wo schläft das Tier normalerweise und was passiert, wenn wir das anders handhaben?

Diese Fragen solltest du dem Host im Housesitting-Kennenlern-Interview stellen.

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Warnsignale bei Aufgaben & Erwartungen

Hier schauen wir auf die Aufgabenliste und den Ton im Inserat. Wenn Housesitting eher wie ein Job mit unrealistischen Erwartungen wirkt, ist das oft ein Hinweis auf Stress während des Sits.

12) Sehr viele Tiere ohne realistische Beschreibung

Mehr Tiere bedeutet fast immer mehr Verantwortung und mehr Arbeitsaufwand für den Housesitter. Zwei Hunde sind in vielen Fällen deutlich arbeitsintensiver als ein Haustier. Wir fragen konkret: Wie lange dürfen die Haustiere alleine sein? Wie oft und wie lange gehen sie Gassi? Wie verhalten sie sich an der Leine? Wie reagieren sie auf andere Hunde oder Menschen? Wenn Antworten unklar bleiben, ist das ein Risiko.

13) Tiere können kaum alleine bleiben

Wenn im Inserat schon steht, dass man praktisch nicht das Haus verlassen kann, ist das eher ein Vollzeitjob als ein Housesit. Für uns muss immer eine gewisse Flexibilität möglich sein, damit man auch mal einkaufen oder die Umgebung erkunden kann. Wir klären daher mit den Gastgebern: Wie lange können die Haustiere realistisch alleine bleiben, damit nichts passiert? Wenn der genannte Zeitraum unter eurer persönlichen Grenze liegt, lieber ehrlich absagen.

14) Gesundheit/Medikation des Haustiers ist komplex

Medikamente können völlig okay sein. Aber dann braucht es klare Dosierung, Plan, Notfallinfos und idealerweise eine kurze Einweisung. Wenn das alles schwammig bleibt, ist das ein Risiko für Tier und Sitter.

Medikamentöse Behandlung von Haustiere sind an sich kein automatisches Warnsignal. Viele Tiere brauchen regelmäßig Unterstützung und das ist völlig okay. Zur Red Flag wird es dann, wenn in der Beschreibung oder im Kennenlerngespräch nur ungenaue Aussagen kommen, obwohl es um Dinge geht, die man wirklich korrekt machen muss. Dazu zählen zum Beispiel Insulinspritzen, dauerhaft verabreichte Medikamente, Augentropfen, Inhalationen, oder auch regelmäßige Anwendungen wie Zecken-/Flohschutz und Wurmkur. Hier sollte vorab klar sein:

  • Was genau bekommt das Tier und wie oft?
  • Wie wird es verabreicht (Tablette, Spritze, Tropfen)?
  • Was passiert, wenn das Tier nicht mitmacht?
  • Gibt es Nebenwirkungen, auf die man achten muss?
  • Wo liegen Medikamente, Ersatzmaterial und eine schriftliche Anleitung?
  • Wer ist der Tierarzt, wer entscheidet im Notfall, und wie läuft die Kostenregelung?

Wir lassen uns solche Punkte immer in Ruhe erklären und bitten um eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung, idealerweise auch schriftlich. Wenn Hosts das nicht liefern können oder das Thema kleinreden, ist das für uns ein echtes Risiko – für das Tier und für uns als Sitter.

15) Unfaire Aufgabenlisten

Dabei sind wir uns wohl einig: Die Instandhaltung des Hauses sowie die Pflege der Haustiere sind sehr zeitintensiv. Daher achten wir bei einem Housesitting-Inserat immer darauf, wie viele und welche konkreten Aufgaben vom Housesitter verlangt werden. Wenn es in die Richtung geht, dass man Hausmeister, Hundetrainer und Haushaltskraft in einem sein soll, ist das ein anderes Arrangement und übersteigt die Anforderungen an einen Housesitter.

Wir fragen gerne, welche Aufgaben wirklich erwartet werden und was optional ist. Wenn vom Housesitter erwartet wird, dass dieser Reparaturen am Haus durchführen sollen, ist das unserer Meinung nach eine zu hohe Erwartung.

16) Du wirst wie ein Angestellter behandelt

Aus manchen Formulierungen in Housesitting-Inseraten geht hervor, dass der Housesitter wie ein Angestellter behandelt wird und eigentlich eine Haushälterin oder Putzmann sein soll. Man merkt es an einem sehr befehlenden oder kontrollierenden Tonfall. Das ist für uns ein klares Warnsignal, weil Housesitting auf gegenseitigem Vertrauen basiert.

Wir achten darauf, ob der Host auch sieht, dass er durch unseren Einsatz als Housesitter eine verlässliche Betreuung seines Haustiers sowie seines Hauses erhält. Fehlt diese Einstellung und sieht er nur, dass der Housesitter kostenlos in seinem Haus wohnt, kann es schnell unangenehm werden.

17) Das Inserat klingt wie eine Stellenanzeige

Wenn sich ein Housesitting-Angebot wie eine Stellenbeschreibung liest, ist das ein Zeichen für ein Ungleichgewicht. Gewisse Anforderungen sind okay, aber der Ton macht die Musik. Wenn es sich eher wie eine Auflistung an Erwartungen, was der Haushüter alles können “muss”, anhört, dann prüfen wir besonders, ob die Person offen für Fragen ist und ob man Erwartungen gemeinsam abklären kann. Wenn das nicht möglich sein sollte, such lieber weiter, denn es gibt genug gute Angebote.

18) Du sollst für Dinge bezahlen (Reinigung, Gärtner, Nebenkram)

Für uns ist es ein deutliches Warnsignal, wenn wir nicht nur Verantwortung für Haus und Tiere übernehmen sollen, sondern zusätzlich Kosten tragen sollen, die eigentlich beim Host liegen. Natürlich gibt es Graubereiche, aber einige Konstellationen finden wir schlicht unfair. Typische Beispiele: „Die Reinigungskraft kommt während eures Sits, bitte zahlt sie.“, „Der Gärtner kommt einmal die Woche, bitte übernehmt das.“ oder „Bitte bezahlt Zeckenmittel/Wurmkur aus eigener Tasche.“

Unser Standpunkt ist relativ klar: Housesitting ist ein Tausch. Wir geben Zeit, Verlässlichkeit und Verantwortung. Im Gegenzug bekommen wir ein kostenloses Zuhause auf Zeit. Wenn wir zusätzlich zahlen sollen, kippt das Verhältnis schnell in Richtung „wir arbeiten und bezahlen dafür noch“. Das passt für uns in den meisten Fällen nicht.

Wenn Hosts argumentieren, es ginge nur um kleine Beträge, ist genau das oft das Problem: Es zeigt manchmal eine Haltung von Misstrauen. Wir klären daher sehr direkt, welche Kosten im Sit anfallen könnten und wer diese übernimmt. Wenn es keine faire Lösung gibt, lehnen wir ab.

Red Flags zur Person des Gastgebers

Viele Probleme entstehen nicht durch Haus oder Haustier, sondern durch Kommunikation. Hier findest du Warnsignale, die du schon vorab im Kennenlerngespräch oder im Nachrichtenaustausch mit dem Host erkennst.

19) Ihr werdet beim Kennenlern-Call versetzt

Einmal kann immer etwas passieren. Wenn es aber wiederholt vorkommt und die Entschuldigung dünn wirkt, ist das ein starker Hinweis auf mangelnde Verbindlichkeit. Genau diese Verbindlichkeit und Verlässlichkeit braucht man aber, wenn es während des Sits mal hakt. Wir sind da konsequent: Wenn es sich schon am Anfang schwierig anfühlt, wird es während des Housesits selten besser.

Wir haben es bereits einmal erlebt, dass wir von derselben Hauseigentümerin gleich zweimal versetzt wurden und sie sich im Nachhinein mit einer billigen Ausrede für die verpassten Anrufe entschuldigte. Diesen Housesit haben wir dann direkt abgesagt, ohne die Eigentümerin kennenzulernen.

20) Kommunikation ist zäh, unklar oder ausweichend

Die Kommunikation zwischen dem Housesitter und dem Haus- & Tierbesitzer ist eines der wichtigsten Grundpfeiler fürs Housesitting. Langsame Antworten sind nicht automatisch schlimm, da Menschen meistens beschäftigt sind. Aber wenn wichtige Fragen nicht beantwortet werden oder ständig ausgewichen wird, ist das ein Risiko. Im Sit willst du nicht tagelang auf Antworten warten, wenn etwas mit dem Tier oder dem Haus ist. Wir schauen deshalb stark darauf, wie kommunikativ und klar jemand ist.

21) Der Host lästert auffällig über frühere Sitter

Wir finden es normal, dass Menschen Erfahrungen gemacht haben, aber wenn ein Host im Kennenlerngespräch sehr ausführlich über unfähige frühere Sitter schimpft, permanent betont, was alles falsch gemacht wurde, oder generell einen abwertenden Ton anschlägt, ist das für uns ein ziemlich verlässliches Warnsignal.

Warum? Weil es oft auf eines (oder mehrere) dieser Themen hindeutet: Überhöhte Erwartungen, die niemand dauerhaft erfüllen kann, eine sehr niedrige Fehler- und Kommunikations-Toleranz, ein Umgangston, der bei Problemen schnell unangenehm wird, oder der Host übernimmt schlicht selbst kaum Verantwortung, sondern sucht Schuldige.

Dazu kommt: Wenn jemand im Gespräch so über andere spricht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ihr die Nächsten seid, über die später genauso geredet wird, sobald irgendetwas nicht exakt nach Wunsch läuft. Wir hören uns Kritik an, wenn sie sachlich und begründet ist. Wenn es aber in Lästern, Vorwürfen oder Dauernegativität abdriftet, ist das für uns ein klares Signal: besser weiter suchen.

22) Übertriebene Kontrollwünsche

Natürlich. Jeder Haustierbesitzer freut sich über Neuigkeiten und Fotos seiner Lieblinge. Das gehört beim Housesitting einfach dazu und ist auch völlig verständlich. Wir schicken selbst gerne Updates, weil es Vertrauen schafft und viele Hosts dadurch ihren Urlaub erst richtig genießen können.

Zum Warnsignal wird es dann, wenn aus Updates Kontrolle wird. Das erkennst du oft an Formulierungen wie „bitte jeden Tag um 8:00 und 20:00 Uhr ein Foto“ oder „wir wollen mehrmals täglich Video-Updates“. Warum das problematisch ist: Housesitting funktioniert nur, wenn beide Seiten ein Grundvertrauen mitbringen. Wenn ein Host bereits vorab so stark kontrollieren möchte, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es auch während des Sits anstrengend wird. Es entsteht schnell das Gefühl, ständig abliefern zu müssen, statt einfach verantwortungsvoll den Alltag mit Tier und Zuhause zu übernehmen.

Wir klären daher vorab ganz konkret, welche Art von Updates gewünscht ist und wie oft. Unser Vorschlag ist meistens ein fairer Rahmen, zum Beispiel einmal täglich ein kurzes Update mit 1–2 Fotos, oder alle zwei Tage ein ausführlicheres Update, plus: sofortige Nachricht, wenn etwas Auffälliges passiert (z. B. Tier frisst nicht, Verletzung, Technikproblem).

23) Keine fixen Reisedaten festgelegt

Manche Haus- & Tierbesitzer suchen ihren Housesitter am liebsten, bevor sie ihren nächsten Urlaub fix gebucht haben. Das klingt harmlos, kann für dich aber ein Zeitblocker ohne Sicherheit sein. Wir fragen deshalb konkret: Wann werden die Daten für den Housesit fix? Bis wann entscheidet ihr euch? Wann wäre der Ankunfts- und Abreisetag? Wenn die Antworten offen bleiben, ist es absolut okay, die Bewerbung auf den Sit nicht weiter zu verfolgen. Ihr müsst eure Planung nicht auf Unsicherheiten von Dritten bauen.

Warnsignale bei den Rahmenbedingungen

In diesem Teil geht es um die harten Fakten: Anreise, Übergabe, Auto, Internet, Nebenkosten und Plattform-Regeln. Genau hier verstecken sich oft die Punkte, die einen Sit praktisch unmöglich machen.

24) Persönliche Übergabe wird gefordert (ohne praktikable Lösung)

Wir mögen eine persönliche Übergabe, weil man vieles direkt klären kann. Aber wenn die Übergabe verlangt wird und gleichzeitig keine sinnvolle Lösung für die Nacht davor oder die Anreise möglich ist, ist das ein organisatorisches Warnsignal. Wir klären dann unsere Optionen: Ist die Anreise am Vortag möglich? Welche Übernachtungsmöglichkeit gibt es? Wie läuft die Schlüsselübergabe ab? Zu welcher Uhrzeit erfolgen Übergabe bzw. Abreise der Hosts? Wenn alles kompliziert bleibt, wird der Sit oft insgesamt anstrengend.

25) Nebenkosten/Kaution zahlen

Bei längerfristen Housesits verlangt der Housesitting-Gastgeber manchmal die Zahlung etwaiger Nebenkosten für Strom- und Wasserverbrauch. Wir finden, dass dem Housesitter das Haus zwar zur Überlassung zur Verfügung gestellt wurde, jedoch werden sein Aufenthalt und seine „Arbeit“ dadurch wertgeschätzt, indem seine Nebenkosten übernommen werden. Wir beide würden ganz klar keinen Housesit annehmen, für den wir Verantwortung übernehmen und noch bezahlen müssten. Ähnliches gilt für eine etwaige Kaution, die vom Gastgeber verlangt wird.

26) Auto ist zwingend notwendig, aber ohne realistische Lösung

Wenn der Ort ohne Auto praktisch nicht machbar ist, muss das vorab transparent kommuniziert sein. Manche Gastgeber erwarten, dass die Housesitter in diesem Fall ein eigenes Auto mitbringen, was wir grundsätzlich in Ordnung finden.

Sollte sich vor Ort allerdings ein Auto der Hauseigentümer befinden und die KFZ-Haftpflichtversicherung der Eigentümer den Housesitter für das Führen des Fahrzeugs mitversichern, finden wir es schade, wenn der Housesitter das Auto nicht mitbenutzen darf.

Lies hier nach, worauf du beim Housesitting und Versicherungen achten musst.

27) Internet/Arbeitsbedingungen passen nicht zur Realität

Wir arbeiten beide online. Deshalb ist ein Housesit für uns nur dann wirklich passend, wenn die Internet-Bedingungen vor Ort auch alltagstauglich sind. Und genau hier gibt es leider öfter Überraschungen. Wir klären deshalb vorab sehr konkret:

  • Wie stabil ist das Internet? Gibt es regelmäßig Ausfälle?
  • Gibt es WLAN im ganzen Haus oder nur in einem Raum?
  • Ist die Verbindung schnell genug für Video-Calls/Uploads?
  • Gibt es in der Gegend guten Mobilfunkempfang als Backup?
  • Gibt es einen geeigneten Arbeitsplatz (Tisch, Stuhl, Licht, Steckdosen)?
  • Wird tagsüber gebaut/renoviert oder gibt es sonstige Lärmquellen?

Wenn Hosts auf diese Fragen ausweichend reagieren oder das Thema abtun, ist das für uns ein Warnsignal. Denn wenn wir nicht arbeiten können, wird der Sit für uns schnell unpraktisch und stressig.

Unser Tipp: Lass dir im Zweifel einen Speedtest-Screenshot schicken oder frag nach der ungefähren Leitung (das ist kein Misstrauen, sondern einfach Planungssicherheit). Und wenn ihr merkt, dass jemand das nicht ernst nimmt, dann ist es möglicherweise auch insgesamt kein gutes Match.

28) Housesitting ohne Plattform

Wenn ein Housesit auf einer Plattform inseriert ist, hat das einen Grund: Regeln, Transparenz, Bewertungen und im Zweifel Support. Deshalb ist es für uns ein starkes Warnsignal, wenn sehr früh vorgeschlagen wird, das lieber außerhalb der Plattform zu vereinbaren. Das Verhalten kann harmlose Gründe haben, es kann aber auch bedeuten: Der Host will Regeln umgehen, es soll weniger nachvollziehbar sein, was vereinbart wurde, oder man möchte sich nicht an Standards halten, die auf der Plattform gelten.

Unser Vorgehen: Wir bleiben bei Plattform-Sits auch bei der Plattform, zumindest was Vereinbarung und Rahmen betrifft. Wenn jemand darauf besteht, es komplett außerhalb zu machen, prüfen wir extrem sorgfältig, ob wir das wirklich möchten und sagen im Zweifel lieber ab. Denn in einigen Mitgliedschaften bei TrustedHousesitters bist du als Housesitter oder auch als Haus- & Tierbesitzer beispielsweise vor einer kurzfristigen Absage abgesichert.

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