Housesitting in Irland: Erfahrungen von Lena & Philippe
Housesitting in Irland bedeutet grüne Hügel, freundliche Gastgeber und Hunde, die bei jedem Wetter rauswollen. Wer dort Häuser hütet, erlebt das Land abseits der Touristenpfade, zwischen rauen Küsten, kleinen Ortschaften und einer Gastfreundschaft, die man so schnell nicht vergisst.
Für diesen Beitrag haben wir Lena und Philippe von Hey Welt! interviewt. Die beiden betreiben gemeinsam einen Reisepodcast und -blog und sind regelmäßig per Housesitting unterwegs. Irland hat sie dabei so begeistert, dass sie mittlerweile vier Monate dort gelebt und insgesamt sieben Häuser gehütet haben, hauptsächlich in West Cork, aber auch in County Kerry und in der Nähe von Galway.
Im Interview erzählen sie, wie sie an ihre Housesits gekommen sind, wie der irische Alltag wirklich ist, was das Wetter mit einem macht und warum Irland am Ende sogar ihre neue Wahlheimat geworden ist.
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Tipps zum Housesitting in Irland auf einen Blick
Diese hilfreichen Tipps geben Lena & Philippe zum Housesitting in Irland:
Erlebnisse & Erfahrungen von Lena & Philippe beim Housesitting in Irland findest du ausführlich
in diesem Interview.
Wie Lena & Philippe zum Housesitting in Irland gekommen sind
1. Wie seid ihr ursprünglich auf Housesitting aufmerksam geworden und warum hat euch diese Reiseform besonders angesprochen?
Nach ca. einem Jahr Weltreise mit jeder Menge Eindrücken und ständig neuen Umgebungen waren wir an einem Punkt angelangt, an dem wir uns nach etwas Beständigkeit sehnten. Gleichzeitig ist unser Durst nach neuen Kulturen aber noch lange nicht gestillt.
Auf die Idee haben uns am Ende Leute aus unserem eigenen Umfeld gebracht. Wir haben bei befreundeten Reise-Accounts und eben auch bei euch gesehen, wie genial Housesitting funktioniert, um Abenteuer mit einem Gefühl von „Zuhause“ zu verbinden.
Da wussten wir: Das ist genau das, wonach wir gesucht haben.
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Welche Regionen sie bereist haben
2. Wann wart ihr zum ersten Mal in Irland und warum habt ihr euch entschieden, das Land auch per Housesitting zu erleben?
Tatsächlich war das ziemlich große Angebot an Housesits damals im Oktober 2024 für uns der ausschlaggebende Punkt, um der grünen Insel einen Besuch abzustatten. Außerdem liegen viele Sits in einer spektakulären Landschaft, was perfekt zu unserer Sehnsucht nach Ruhe und Natur passte.
Wir haben also das Land nach den verfügbaren Housesits ausgesucht. Und nachdem unsere erste Bewerbung auch direkt erfolgreich war, haben wir uns noch auf ein paar weitere beworben. Am Ende hatten wir vier Housesits für zwei Monate beisammen.
3. In welchen Regionen Irlands habt ihr Häuser gehütet und wie lange wart ihr insgesamt vor Ort?
Mittlerweile waren wir schon insgesamt vier Monate zum Housesitting in Irland und haben in der Zeit sieben Häuser und eine ganze Menge Tiere gehütet.
Die meiste Zeit haben wir in der Region West Cork im Südwesten des Landes verbracht, die mit ihren süßen bunten Küstenörtchen, den grünen Hügeln und versteckten Buchten einen ganz besonderen Platz in unserem Herzen hat. Darüber hinaus waren wir noch in den rauen Bergen des County Kerry und in der Nähe von Galway.
Eine Sache, die wir am Konzept Housesitting so klasse finden, sind die Orte, an denen man manchmal landet. Die stehen häufig in keinem Reiseführer und es gibt dennoch so viel zu entdecken.
Unsere Gastgeber haben uns häufig ganze selbst erstellte Guides zur Umgebung mit Wanderungen, Restaurants und vielem mehr an die Hand gegeben.
Irischer Alltag: Entschleunigung, Natur und Leben auf dem Land
4. Gab es Dinge, die euch am irischen Alltag besonders aufgefallen sind, zum Beispiel Entschleunigung, Nachbarschaft oder das Leben auf dem Land?
Entschleunigung ist ein sehr gutes Stichwort. In Irland passiert das Leben definitiv etwas bewusster und herzlicher. Die Menschen nehmen sich für alles, was sie tun, mehr Zeit, als wir es in Deutschland gewohnt sind. Es ist zum Beispiel vollkommen normal, mit dem / der Kassierer:in im Supermarkt ein Gespräch zu führen, das weit über Smalltalk hinausgeht, und niemand in der Schlange wirkt dabei gestresst oder in Eile.
Außerdem ist man durch die dünne Besiedelung eigentlich immer von Natur umgeben, was ebenfalls eine beruhigende Wirkung hat. Gleichzeitig muss man, je nachdem, wo das Haus liegt, bei Sturm oder starkem Regen, aber auch mit einem Stromausfall oder einer überschwemmten Straße rechnen, was wir vorher so nicht kannten.

Welche Tiere sie betreut haben und was dabei zu beachten ist
5. Welche Tiere habt ihr in Irland betreut und gab es dabei Besonderheiten, etwa durch Wetter oder ländliche Strukturen?
Größtenteils haben wir Hunde betreut. Aber der wohl außergewöhnlichste Housesit war eine Farm mit insgesamt 25 Tieren. Darunter 6 Gänse, 5 Hunde und ein riesiges Schwein namens Dolly. Das war eine ganz besondere Erfahrung.
Da viele Housesits in Irland ländlich liegen, kann man mit den Hunden meistens sehr ausgiebige Gassirunden durch spektakuläre Natur und an weitläufigen Stränden unternehmen und die Tiere auch mal von der Leine lassen.
Verantwortung und Absicherung beim Housesitting in Irland
6. Wie viel Verantwortung bringt Housesitting in Irland typischerweise mit sich, gerade wenn Häuser eher abgelegen liegen?
Dieser Punkt ist aus unserer Sicht bei Housesits generell nicht zu unterschätzen. Sowohl das Haus aber vor allem fremde Tiere bringen hier immer eine Menge Verantwortung mit sich.
Grundsätzlich haben wir in Irland aber immer das Gefühl gehabt, gut abgesichert zu sein. Die irischen Gastgeber waren jederzeit per WhatsApp erreichbar, haben uns alles gezeigt und für die meisten Eventualitäten sogar ganze Handbücher zusammengestellt.
Und als wir einmal mit einem Hund zum Tierarzt mussten, waren wir trotz der ziemlich abgelegenen Lage in weniger als einer halben Stunde dort und haben sofort einen Termin bekommen.
Typische Aufgaben: Kamin, Wetter und Sturmabsicherung
7. Gab es Aufgaben rund ums Haus, die typisch für Irland waren, zum Beispiel Kamin, Heizung, Garten oder Sturmabsicherung?
Tatsächlich haben viele Häuser in Irland einen Kamin oder Holzofen zusätzlich zur Zentralheizung, die aufgrund der hohen Energiepreise meist nur zu bestimmten Zeiten an ist. Daher macht man sich vor allem in den kälteren Jahreszeiten schonmal häufiger ein Feuerchen an.
Da die Gärten meist hauptsächlich aus Rasen bestehen, ist hier bei Housesits bis zu drei Wochen nicht viel zu tun. Bezüglich Sturmabsicherung sind es meistens Gartenmöbel, die ggf. bei einer Sturmwarnung in Sicherheit gebracht werden sollten.
8. Irland ist bekannt für wechselhaftes Wetter. Wie habt ihr das beim Housesitting erlebt und worauf sollte man vorbereitet sein?
Also dass es in Irland mal ordentlich stürmen und regnen kann, ist definitiv wahr. Daher gehören eine gute Regenjacke und festes, wasserdichtes Schuhwerk auf jeden Fall ins Gepäck, wenn man auf Tiere aufpasst, die bei jedem Wetter raus müssen.
Das bedeutet aber auf keinen Fall, dass es auf der Insel immer nur nass und grau ist. Häufig hat man Regen, Wolken, Wind und Sonnenschein innerhalb weniger Stunden, und auch im Herbst und Winter können die Tage mal trocken und sonnig sein.
Infrastruktur, Internet und Auto in Irland
9. Wie gut war die Infrastruktur an euren Housesits, etwa Internet, Einkaufsmöglichkeiten oder medizinische Versorgung?
Auch wenn man häufig etwas ländlicher wohnt, sind Einkaufsmöglichkeiten wie Aldi, Lidl oder Super Value selten weiter als 20 bis 30 Autominuten entfernt, und viele Ortschaften haben einen kleinen Einkaufsladen oder einen Deli an der Tankstelle, die überraschend gut ausgestattet sind.
Das Thema Internet sollte immer vorab mit den Gastgebern kurz abgeklärt werden, aber in 95 % der Fälle ist eine gute Verbindung vorhanden. Viele Iren arbeiten remote und brauchen selbst stabiles Internet.
Die medizinische Grundversorgung ist meist in jedem etwas größeren Nachbarort gegeben, nur zu einem größeren Krankenhaus kann man schon mal ein bis zwei Stunden fahren.
10. Wie wichtig ist ein eigenes Auto beim Housesitting in Irland aus eurer Sicht?
Ein Auto ist aus unserer Sicht in Irland sehr wichtig und wird von den meisten Gastgebern aufgrund der Lage auch vorausgesetzt. Es gibt zwar auch Ausnahmefälle, in denen man das Auto der Besitzer nutzen darf, um z. B. mit den Hunden zum Strand zu fahren, aber alleine um zu den Sits zu kommen, ist es häufig schon wesentlich angenehmer, ein eigenes Auto vor Ort zu haben.

Irische Gastgeber: Vertrauen, Herzlichkeit und kulturelle Unterschiede
11. Wie habt ihr irische Gastgeber erlebt, insbesondere in Bezug auf Vertrauen, Kommunikation und Offenheit?
Eine ganz klare 11 von 10!
Da Irland unser erstes Mal Housesitting war und wir entsprechend noch keine Bewertungen hatten, dachten wir zu Beginn, es würde schwierig werden, eine Zusage zu bekommen. Aber das war überhaupt nicht der Fall. Wir wurden mit offenen Armen und einem großen Vertrauensvorsprung empfangen.
Die Kommunikation lief immer hervorragend und wir wurden häufig mit einem leckeren Essen begrüßt.
12. Gab es kulturelle Unterschiede, die euch beim Housesitting in Irland aufgefallen sind, im Vergleich zu anderen Ländern?
Ein großer kultureller Unterschied zwischen der deutschen und der irischen Mentalität ist definitiv die Direktheit. Während wir Deutschen Dinge, die uns nicht gefallen, offen und direkt ansprechen, kommunizieren die Iren eher indirekter und höflicher. In Irland sagt man also nie direkt nein, sondern eher „maybe“ oder „I’ll see“. Außerdem nimmt man nie sofort etwas an. Wenn dir also eine Tasse Tee angeboten wird, lehnst du erstmal höflich ab und nimmst erst beim zweiten Nachfragen an.
Housesitting und Workation in Irland: Passt das zusammen?
13. Wie gut ließ sich Housesitting in Irland mit eurem Podcast- und Blog-Alltag verbinden? Und würdet ihr Irland als gutes Ziel für Workation oder längere Housesits empfehlen?
Workation und Irland sind aus unserer Sicht ein Perfect Match! Durch die Natur und Ruhe konnten wir Kraft tanken und hatten Energie und neuen Input für unsere Projekte.
Allerdings sollte man im Falle einer Kombination aus Housesitting und Arbeiten im Vorfeld sehr genau darauf achten, wie viel Aufmerksamkeit die Tiere benötigen. Wir hatten auch schon mal einen Hund, der die ganze Zeit durchs Haus raste und spielen wollte. Das macht es ziemlich schwer, konzentriert zu arbeiten.

Angebot und Nachfrage: Wie leicht kommt man an Housesits?
14. Wie schätzt ihr Angebot und Nachfrage für Housesitting in Irland ein? Ist es eher entspannt oder umkämpft?
Das kommt vermutlich sehr auf die Jahreszeit an. Da wir bisher immer in der „Offseason“ im Herbst / Winter in Irland waren, haben wir ziemlich einfach Housesits bekommen. Viele Iren flüchten in dieser Zeit vor dem Regen.
Wenn euch Wind und Regen also nichts ausmachen, bekommt ihr ziemlich gut den ein oder anderen Housesit. Wohlgemerkt ist das Wetter ja auch nicht dauerhaft schlecht.
Was den Sommer angeht, können wir nur spekulieren, aber sehr wahrscheinlich wird es dann mehr Nachfrage als Angebote geben, da die Iren den Sommer auch gerne im eigenen Land verbringen.
15. Gibt es Dokumente oder Voraussetzungen, die man kennen sollte, zum Beispiel Führerschein, Versicherungen?
Da Irland in der EU liegt, gestaltet sich alles ziemlich einfach. Neben einer Auslandskrankenversicherung und einem gültigen Perso gibt es nichts zu beachten oder mitzubringen.
16. Was hat euch beim Housesitting in Irland besonders berührt oder überrascht? Gab es Momente oder Begegnungen, die euch besonders in Erinnerung geblieben sind?
Definitiv die irische Gastfreundschaft. Wir haben hier viele tolle Menschen kennengelernt und wurden häufig bei unserer Ankunft mit einem leckeren Abendessen, ein paar Gläschen Wein und netten Gesprächen begrüßt. So lernt man Land und Leute nochmal von einer ganz anderen Seite kennen.
Und mehr als einmal wurde uns sogar angeboten, noch eine Nacht oder sogar eine ganze Woche länger zu bleiben oder früher zu kommen, damit wir uns keine teure Unterkunft nehmen mussten. Das ist Gastfreundschaft next level!
Für wen eignet sich Housesitting in Irland?
17. Für wen eignet sich Housesitting in Irland besonders gut und wem würdet ihr eher davon abraten?
Besonders gut eignet sich Housesitting in Irland für alle, die mal richtig entschleunigen und Zeit in einer wunderschönen Natur verbringen wollen. Außerdem ist das Land reich an Geschichte und Kultur.
Wenn du jedoch auf der Suche nach einer Schönwettergarantie bist, lass es lieber. Irland ist unfassbar grün, aber das kommt nicht von dauerhaftem Sonnenschein.
Außerdem solltest du wissen, worauf du dich einlässt, was die Infrastruktur angeht. Wer 24/7 Action und kurze Wege braucht, für den ist Housesitting in den ländlichen Regionen Irlands definitiv die falsche Wahl.

18. Welche Tipps gebt ihr anderen, die überlegen, in Irland Häuser zu hüten?
Überlegt euch vorher, was euch wichtig ist. Wollt ihr nah am Wasser und in der Natur sein oder lieber in der Nähe einer größeren Ortschaft? Wie ist die Infrastruktur vor Ort? Achtet außerdem auf die Bewertungen bezüglich der Sauberkeit und Wärme in den Häusern.
Die Iren sind super liebe Gastgeber, aber die Vorstellungen gehen hier manchmal etwas auseinander. Achtet außerdem genau darauf, was die Tiere an Aufmerksamkeit benötigen und wie lange sie auch mal alleine gelassen werden können, falls ihr plant die Umgebung zu erkunden.
19. Würdet ihr wieder nach Irland zurückkehren, um dort zu Housesitting zu machen, und welche Regionen stehen dann auf eurer Wunschliste?
Tatsächlich hat uns Irland so in seinen Bann gezogen, dass wir im März diesen Jahres nach West Cork ausgewandert sind. Daher werden wir hier zwar in absehbarer Zeit kein Housesitting mehr machen. Aber ohne diese tolle Art ein Land kennenzulernen, hätten wir unsere Wahlheimat vielleicht nie gefunden.
Das nächste Mal Housesitting können wir uns sehr gut in einem der Nachbarländer vorstellen. Wir liebäugeln da schon mit Schottland.
Lena und Philippe haben Irland auf eine Art kennengelernt, die mit klassischem Tourismus wenig zu tun hat. Wenn dich ihr Bericht neugierig gemacht hat, kannst du selbst zum Housesitter in Irland werden.
So wirst du selbst zum Housesitter in Irland
Du möchtest nun selbst in Irland Häuser und Haustiere sitten? Da viele irische Gastgeber auch Bewerbungen ohne Vorerfahrung akzeptieren, ist Irland übrigens ein guter Einstieg für Erstlinge. Dann melde dich am besten bei einer internationalen Plattform wie TrustedHousesitters an und erstelle ein aussagekräftiges Profil. Wichtig ist dabei, dass du ehrlich, sympathisch und zuverlässig wirkst. Lade ein freundliches Foto hoch (am besten mit Haustieren), erzähle etwas über dich und deine Motivation und erwähne, falls du schon Erfahrung mit Tieren oder Hausbetreuung hast, auch diese.
Die Anmeldung bei TrustedHousesitters ist erstmal komplett kostenlos*. Um dich auf einen Housesit zu bewerben, benötigst du eine kostenpflichtige Housesitter-Mitgliedschaft. In der folgenden Tabelle siehst du die Jahrespreise und was die Mitgliedschaften unterscheidet:
Für Sitter gibt es die folgenden drei Optionen für jährliche Mitgliedschaften bei TrustedHousesitters:
Basic
Sitter
⭐ Beliebt
Standard
Sitter
wie Basic, zusätzlich:
Premium
Sitter
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Der Rabatt wird automatisch vom regulären Preis abgezogen.
Tipp: Suchfilter für Irland einstellen
Sobald dein Profil steht, kannst du gezielt nach Angeboten in Irland suchen. Zum Beispiel kannst du in der App von TrustedHousesitters auch Suchfilter und Suchticker anlegen. So wirst du benachrichtigt, wenn ein Angebot reinkommt, das deinen Kriterien entspricht.
Tipp: Viele irische Hosts suchen Housesitter im Herbst / Winter, weil sie in dieser Zeit vor dem Regen flüchten.
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