Housesitting in Perth (Australien): Erfahrungen & Tipps im Interview mit Gina
Housesitting in Perth ist eine wunderbare Möglichkeit, Westaustralien jenseits der üblichen Touristenrouten zu erleben. Statt in Unterkünften zu wohnen, übernimmt man Verantwortung für Haus und Tiere, lebt mitten im Alltag der Einheimischen und spart gleichzeitig eine Menge Geld.
Wie das in Perth funktioniert, welche Erfahrungen man dort als Housesitter sammelt und warum es sich gerade für Langzeitreisende lohnt, darüber spricht dieses Mal Gina, die auf Instagram unter @ginis.reise von ihrem Leben unterwegs berichtet.
Sie reist langfristig durch die Welt, nutzt Housesitting regelmäßig und erzählt im Interview, was sie an Fremantle nahe Perth besonders schätzt, wie sie geeignete Sits findet und welche Erfahrungen sie als alleinreisende Frau gemacht hat.

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Housesitting in Perth, Australien: Wie kommt man dazu?
1. Wie bist du zum ersten Mal auf das Thema Housesitting aufmerksam geworden? Und was hat dich schließlich dazu gebracht, in Perth housesitten zu wollen?
Ich bin zum ersten Mal durch Reisefreunde und später immer öfter über Social Media auf das Thema Housesitting gestoßen. Und ehrlich gesagt hat mich die Idee sofort gepackt: ein Zuhause auf Zeit, tierische Gesellschaft, Einheimische treffen, ankommen dürfen… all das klang nach genau dem, wonach ich unterwegs inzwischen immer öfter mal gesucht hatte.
Bevor ich nach Perth geflogen bin, bin ich allerdings vor allem über Volunteering-Plattformen gereist. Ein paar Stunden am Tag arbeiten und dafür Kost und Logis bekommen. Das war über Jahre mein Weg, in einem neuen Land wirklich „anzukommen“. Ich liebe dieses erste, ruhige Einleben: die Währung kennenlernen, die Nachbarschaft erkunden, herausfinden, wo man gut essen oder einkaufen kann, mir
eine SIM-Karte besorgen, mit Einheimischen quatschen und die Tipps aufsaugen, die in keinem Reiseführer stehen. Und natürlich auch, um Unterkunftskosten zu sparen. Schließlich reise ich komplett Low Budget.Was ich an Housesitting aber besonders mag? Das sind ganz klar die Tiere. Wenn mir unterwegs etwas fehlt, dann sind es meistens liebevolle Tierbegegnungen.
In Perth allerdings lief mein Plan zunächst komplett anders als erwartet. Mein erstes Volunteering sollte eigentlich drei Wochen dauern, um mir Zeit zu geben, ein Bankkonto zu eröffnen, meine Steuernummer zu beantragen, Bewerbungen zu schreiben und vielleicht sogar ein Auto zu organisieren. Sprich die Basis für mein Working-Holiday-Jahr zu legen. Doch schon nach fünf Tagen sagte mir die Gastfamilie, dass ich gehen müsse, da ein Verwandter spontan zu Besuch kommt und mein Zimmer benötigt wird.
Ich war völlig verzweifelt. Hostels in Australien sind alles andere als günstig, und ich sah meine Ersparnisse schon dahin schrumpfen. Also tat ich das Einzige, was mir blieb: Ich postete in Facebook-Gruppen, legte mir einen Aussie House Sitters-Account an und
bewarb mich wie wild.Und dann passierte etwas, das für mich irgendwie wie ein kleines Wunder war: Innerhalb kürzester Zeit meldete sich eine Familie. Sie wollten zwar erst eineinhalb Wochen später verreisen, luden mich aber sofort zu sich ein, damit ich Hund und Haus in Ruhe kennenlernen konnte. Und nach ihrer Rückkehr ließen sie mich sogar noch zwei zusätzliche Wochen bleiben, bis mein nächster Housesit begann.
So bin ich in Perth ins Housesitting hineingerutscht. Nicht geplant, aber irgendwie genau im richtigen Moment. Und rückblickend war es vielleicht sogar das Beste, was mir passieren konnte.

Fremantle & Umgebung: Ginas Lieblingsviertel rund um Perth
2. In welchen Stadtteilen oder Regionen rund um Perth warst du bereits im Einsatz, und wie lange insgesamt?
Ich habe meine komplette Perth-Zeit in und um Fremantle in der Nähe von Perth Häuser gehütet, und rückblickend hätte ich mir keinen besseren Ausgangspunkt wünschen können. Fremantle hat diesen besonderen Mix aus Küstenstadt-Charme, kreativer Szene und entspanntem „Freo“-Vibe, der einen irgendwie sofort einlädt, ein wenig länger zu bleiben.
Insgesamt hatte ich vier Housesits: drei davon in East Fremantle und einen in Whitegum Valley. Und zwei dieser Housesits habe ich sogar zweimal gemacht. Was für mich auch immer das schönste Kompliment ist, wenn Menschen so zufrieden sind, dass sie mich wieder einladen.
Praktischerweise lagen all diese Housesits perfekt zu meinen Jobs verteilt. Ich hatte einen Job in Fremantle selbst, einen in O’Connor und einen in North Fremantle. Ich konnte also überall bequem mit dem E Scooter, den ich von meinem ersten Housesit zur Verfügung gestellt bekommen hatte oder später auch mit meinem Auto hin.
Alles in allem war ich über viereinhalb Monate in Perth, bevor ich mir mein Auto ausgebaut hatte und damit die Westküste entlang, einmal quer rüber in den Osten und hoch bis nach Cairns geroadtript bin. Und ich bin mir sehr sicher, dass ohne diese stabile Housesitting-Basis wahrscheinlich alles ganz anders ausgesehen hätte.
3. Wie verlief deine Ankunft bei deinem ersten Housesit in Perth und wie lief die Übergabe mit den Hosts ab? Gab es Dinge, die du als alleinreisende Housesitterin besonders wahrgenommen hast?
Mein erster Housesit in Perth begann ja ziemlich dramatisch. Nämlich genau in dem Moment, als ich mein Workaway viel früher verlassen musste, als geplant. Emily, mein erster Housesit Host, hatte meinen Hilferuf in einer Facebook-Gruppe gelesen und schrieb mich direkt an und wir verabredeten uns für den nächsten Tag.
Ich fuhr zu ihrem Haus, wo sie mit ihrem Mann Simon und dem sanften, unglaublich liebenswerten Labrador Jonjon lebte. Wir setzten uns zusammen, redeten über das Leben, über meine Situation, sie zeigte mir das Haus und erzählte mir von Jonjon, der mich schon beim ersten Blick mit seiner Labrador-Seele um den Finger wickelte.
Weil ich in meinem Facebook Post ja schon offen von meiner Notlage erzählt hatte, bot sie mir an, bereits am nächsten Tag einzuziehen, obwohl sie eigentlich erst eine Woche später in den Urlaub fahren wollten. Plötzlich hatte ich ein eigenes Zimmer, einen sicheren Ort und Menschen um mich herum, die sehr interessiert an mir waren.
Emily und Simon halfen mir bei allem, was ich für mein Working-Holiday-Jahr brauchte: Konto eröffnen, Steuernummer beantragen, Bewerbungen schreiben. Ich durfte ihren E-Scooter benutzen und später während ihrer Reise sogar Emilys Auto fahren.
Ich war nicht nur Housesitterin, ich war auf einmal so etwas wie ein Teil der Familie auf Zeit. Es war das schönste Beispiel dafür, wie großzügig Menschen sein können, wenn man einfach um Hilfe bittet.
Als alleinreisende Housesitterin hatte ich aber natürlich auch meinen Sicherheitsradar immer an. Besonders über Facebook bekam ich nach meinem Hilfegesuch extrem viele Nachrichten, und nicht alle fühlten sich gut an. Einige Profile wirkten merkwürdig, manche Nachrichten hatten einen Ton, der bei mir Alarmglocken ausgelöst hat. Ich unterstelle niemandem Schlechtes, aber wenn man als Frau alleine reist, ist das Bauchgefühl heilig. Ich habe jeden Kontakt erstmal geprüft, Profile angeschaut, mir Zeit gelassen und immer lieber zweimal hingeschaut.
Und ich habe schnell gemerkt: Facebook ist nicht die sicherste Option. Keine Verifizierung, keine Prüfung, kein Support im Hintergrund. Housesitting-Plattformen hingegen bieten genau das. Verifizierung, Bewertungen, Ansprechpartner, Strukturen. Das macht das Ganze viel transparenter und sicherer.
Generell empfehle ich immer:
Immer erst schreiben, dann telefonieren oder einen Video-Call machen und sich erst danach zu einem Treffen im Haus der Hosts verabreden. So spürt man schon vorher, ob die Chemie stimmt und ob die Menschen so vertrauenswürdig sind, wie sie wirken.
Plattformen für Housesitting in Perth, Australien
4. Über welche Plattform(en) hast du deine Housesits in Perth gefunden, und wie zufrieden warst du mit der Auswahl?
Meinen allerersten Housesit in Perth habe ich, wie schon erzählt, über Facebook gefunden.
Die zwei darauffolgenden Sits liefen dann über Aussie House Sitters. Einmal mit der beeindruckend sanften Deutschen Dogge Mim (ein Riese mit Herz) und einmal mit Benji, einem Shih-Tzu–Malteser-Mix, der zwar winzig war, aber die Persönlichkeit eines kleinen Königs besitzt.
Was die Auswahl angeht, war ich wirklich positiv überrascht. Gerade in der Zeit von Oktober bis Januar kamen auf Aussie House Sitters für Perth fast täglich neue Inserate online. Ich hatte eine Benachrichtigung für Fremantle und Umgebung eingestellt, und jedes Mal, wenn ein neuer Sit auftauchte, der zu meinen Daten und auch zu meinen Jobs passte, habe ich mich sofort beworben.
Die Auswahl war groß, vielseitig und gerade für längere Aufenthalte wirklich ideal.
Und meinen vierten Housesit verdanke ich dann tatsächlich meinem allerersten. Emily und Simon hatten auf einer ihrer Gassirunden mit Freunden über mich gesprochen. Die befreundete Familie erzählte, dass sie über Weihnachten und Neujahr nach Deutschland fliegen würden, sie einen Housesitter für ihren Hund und ihre zwei Katzen suchte, und plötzlich war ich im Gespräch.
So kam ich also zu meinem Housesit bei Alex’ Familie und ihrem Mastiff-Mix Naldo, dem sanftesten Bollerkopf und wahrscheinlich gemütlichsten Weihnachtsbegleiter, den man sich vorstellen kann. Einen ganzen Monat durfte ich dort bleiben, während sie ihre Familie in der Heimat besuchten. Ein Geschenk, das ohne meine Notlage zu Beginn und Emily nie passiert wäre.

Angebote & Nachfrage für Housesitter in Perth
5. Wie schätzt du die Nachfrage in Perth ein? Gibt es viele Bewerberinnen und Bewerber pro Housesit? War es schwer, geeignete Sits zu bekommen?
Ich würde sagen, die Nachfrage in Perth ist auf beiden Seiten ziemlich hoch. Es gibt viele Menschen, die Housesitter suchen, und auch viele, die Housesits finden wollen. Das sorgt natürlich dafür, dass sich oft mehrere BewerberInnen auf denselben Housesit
melden.Gerade deshalb ist es extrem wichtig, gut vorbereitet zu sein, indem man die Benachrichtigungen aktiviert, schnell reagiert und direkt eine überzeugende Bewerbung abschickt.
Bei Aussie House Sitters (und genauso bei Plattformen wie TrustedHousesitters) zählt oft wirklich die Geschwindigkeit. Viele Hosts schauen sich vor allem die ersten Bewerbungen an und die später eingegangenen bleiben oft ungesehen. Schnell zu sein ist also ein echtes Plus.
Noch wichtiger ist allerdings ein aussagekräftiges Profil mit Fotos, die Vertrauen schaffen, eine ehrliche Beschreibung, gute Referenzen und eine Bewerbung, die zeigt, dass man sich wirklich mit der Anzeige zum Sit und den Tieren beschäftigt hat.
Für mich war es dadurch absolut machbar, passende Housesits zu bekommen. Selbst in einer Stadt wie Perth.
Hosts & Mentalität: So ticken die Menschen in Perth
6. Wie organisiert und zuverlässig hast du die Hosts in Perth erlebt und gab es Unterschiede zu anderen Ländern oder Regionen, in denen du schon gesittet hast?
Da ich bisher ausschließlich in Australien gesittet habe, fehlt mir der direkte Vergleich zu anderen Ländern. Aber eines kann ich sagen: Die Australier sind schon ziemlich so, wie man es ihnen nachsagt. Diese berühmte „No worries“-Mentalität ist real und sie kann uns Deutschen anfangs durchaus ein bisschen auf die Nerven gehen.
Ich musste mich auch erst daran gewöhnen, dass in Australien nicht alles so geplant ist und Pünktlichkeit nicht so ernst genommen wird.
Trotz dieser entspannten Art habe ich aber alle Hosts als zuverlässig und verantwortungsbewusst erlebt. Selbst wenn mal ein Treffen kurzfristig verschoben wurde oder man Dinge etwas lockerer angegangen ist, hat am Ende immer alles wunderbar funktioniert.Und falls einmal etwas vergessen wurde, zum Beispiel genügend Tierfutter einzukaufen, haben die Hosts mich einfach gebeten, es einzukaufen und mir den Betrag sofort überwiesen.
Diese Mischung aus Lässigkeit und Vertrauen hat sich für mich richtig schön angefühlt. Es gab weniger strenge Strukturen, aber trotzdem ein solides Gefühl von Verlässlichkeit. Ein bisschen chaotisch, aber immer mit viel Herz ein. Typisch Australien eben.
Was man vor dem Housesitting in Perth wissen muss
7. Gab es Herausforderungen, die speziell in Perth oder Westaustralien auftreten, etwa Hitzeperioden, große Gärten oder längere Distanzen im Alltag?
Ganz ehrlich? Für mich gab es in Perth kaum echte Herausforderungen. Natürlich gab es Hitzeperioden, aber die waren erstaunlich gut auszuhalten. Eigentlich waren in allen Häusern Klimaanlagen, oft war der Strand nur ein paar Minuten entfernt und in manchen
Häusern gab es sogar einen eigenen Pool. Da schmilzt man nicht dahin, man lebt einfach ein bisschen langsamer.Auch die Gärten waren absolut machbar. Entweder habe ich die Pflanzen morgens und abends mit dem Schlauch gegossen, was fast schon meditativ war, oder es gab eine Sprinkleranlage, bei der ich im Grunde nur auf „An“ und „Aus“ drücken musste.
8. Wie lang sind in Perth typischerweise die Housesitting-Zeiträume – eher kurz oder mehrere Wochen? Und wie früh sollte man sich bewerben?
Puh, in Perth ist eigentlich alles dabei, glaube ich. Von ganz kurzen Housesits bis zu richtig langen. Da ich meine Suche aber von Anfang an auf mindestens zwei Wochen eingestellt hatte, habe ich hauptsächlich die längeren Sits gesehen. Typisch waren da dann Zeiträume zwischen zwei und vier Wochen, manchmal sogar deutlich länger, etwa über Feiertage oder längere Urlaube der Hosts.
Was den Zeitpunkt angeht würde ich sofort starten, sobald man weiß, in welchem Zeitraum man einen Housesit braucht. Benachrichtigungen einschalten, regelmäßig reinschauen und dann direkt bewerben, sobald etwas Passendes auftaucht.
Aber man darf auch nicht vergessen, dass AustralierInnen eine sehr entspannte Urlaubsplanung haben. Manche suchen ihren Sitter tatsächlich eher kurzfristig.
Allerspätestens zwei Wochen vorher würde ich allerdings schon aktiv suchen. Früher ist natürlich immer besser, aber gerade in Australien funktioniert auch Last-Minute oft erstaunlich gut.
9. Welche Jahreszeit oder Regionen rund um Perth empfiehlst du besonders für Housesitting?
Falls das hier noch nicht deutlich geworden ist – haha – mein absoluter Lieblingsort für Housesitting ist alles in und um Fremantle. Ich liebe den entspannten Vibe, die Nähe zum Wasser und die kleinen Cafés, die das Leben dort so besonders machen.
Aber auch Scarborough und Hillarys haben es mir richtig angetan. Traumhafte Strände, entspannte Atmosphäre und perfekte Spots für Spaziergänge mit Hund oder einfach zum Abschalten.
Klar, es gibt auch schöne Housesitting-Orte weiter im Inland oder abseits des Meeres. Aber ich bin einfach ein absoluter Meer-Fan, daher kann ich alles mit Küstenlage am meisten empfehlen.
Was die Jahreszeit betrifft, ist Frühling und Herbst ideal. Die Temperaturen sind angenehm, die Sonne scheint, aber es ist noch nicht zu heiß. Perfekt um das Leben draußen zu genießen. Der australische Sommer kann sehr heiß werden, vor allem in Perth, aber wenn die Hitze einem nichts ausmacht und man an der Küste ist, finde ich, ist das auch gut auszuhalten.

10. Welche Dokumente oder Nachweise waren für dich hilfreich, z. B. Visum, Führerschein, Police Check oder Versicherungen?
Für Housesitting in Perth sind ein paar Dokumente wirklich hilfreich. Ganz grundsätzlich braucht man natürlich ein Visum, abhängig davon, was man in Australien vorhat. Ich selbst wollte arbeiten und hatte daher ein Working Holiday Visum.
Um ein Auto fahren zu können, hatte ich meinen deutschen Führerschein und zusätzlich den internationalen Führerschein dabei. Ich habe gehört, dass man ab einem bestimmten Zeitraum eine Übersetzung des deutschen Führerscheins oder sogar einen australischen Führerschein braucht. Ich habe das allerdings nicht gemacht und hatte nie Probleme.
Eine Auslandskrankenversicherung ist auf jeden Fall Pflicht, egal wohin die Reise geht. Außerdem finde ich eine weltweite Haftpflichtversicherung sehr sinnvoll, gerade, wenn man für fremde Häuser und Tiere verantwortlich ist.
Ein Police Check war für mich nicht nötig, hat also keine Rolle gespielt.
Work & Travel in Australien in Kombination mit Housesitting
11. Wie gut lässt sich Housesitting in Perth mit Remote-Arbeit, Content Creation oder Ausflügen in die Umgebung kombinieren?
Tatsächlich gibt es für mich kaum etwas, das besser passt. Vor allem, wenn man, anders als ich, nicht auch noch vor Ort arbeiten muss, hat man beim Housesitting einen ziemlich normalen, gut planbaren Alltag. Je nach Tier kann man den Hund sogar auf viele Ausflüge einfach mitnehmen. Ich war regelmäßig mit den Hunden am Strand oder habe die Umgebung erkundet und konnte das super mit Content Creation verbinden.
In Australien ist es außerdem ziemlich üblich, dass Häuser Hundeklappen haben. Dadurch können die Hunde auch mal selbst in den Garten, was den Druck herausnimmt, ständig zu Hause sein zu müssen. Natürlich sollte man immer mit den Besitzern klären, wie viel Zeit das Tier gewohnt ist und wie lange es alleinbleiben kann, aber bei mir war es meistens so, dass die Besitzer selbst berufstätig waren. Die Hunde kannten es also, einige Stunden allein zu bleiben.
Bei mir kam ja noch hinzu, dass ich zusätzlich zu Social Media in zwei bis drei Jobs vor Ort gearbeitet habe. Vieles davon nachts, weil ich für eine Firma Weihnachtsdekorationen in Einkaufszentren aufgebaut habe. Das habe ich immer vorher mit den Besitzern abgesprochen und nur Sits angenommen, bei denen es okay war, dass der Hund nachts alleine ist und ich dafür tagsüber komplett zu Hause war. Das
hat gut funktioniert.Oft war ich sogar schon Wochen vor oder nach dem eigentlichen Sit bei den Familien und wir haben einfach flexibel abgesprochen, wann ich mich ums Tier kümmere.
Für Leute, die remote arbeiten, nur reisen oder viel Content machen, ist Housesitting wirklich ideal. Man spart Geld, hat ein Zuhause auf Zeit und hat gleichzeitig die Freiheit, Ausflüge zu machen oder zu arbeiten, ohne dass sich alles ständig hektisch anfühlt.
Allein housesitten in Perth: Sicherheit & Routinen
12. Wie unterscheidet sich dein Alltag beim Housesitting vom klassischen Reisen? Hast du dich eher wie „zu Hause unterwegs“ gefühlt?
Housesitting fühlt sich auf jeden Fall mehr nach „Zuhause unterwegs“ an. Gerade wenn man länger reist, kann einen die ständige Bewegung irgendwann müde machen und genau da hilft mir Housesitting total. Beim klassischen Reisen ist man ja oft schneller
unterwegs, bleibt nur kurz an einem Ort, hakt Sehenswürdigkeiten ab und ist irgendwie ständig am Weiterziehen.Beim Housesitting ist das ganz anders. Man kommt richtig im Alltag an. Man lernt, wo es das beste und vor allem „günstigste“ Essen gibt, kocht viel selbst, erkundet die Gegend nicht nur oberflächlich, sondern richtig tief. Man lebt für eine Weile wie ein Local, geht spazieren, macht Besorgungen, hat feste Routinen mit dem Tier. Das entschleunigt total. Für mich war es immer wie ein kleiner Reset-Button mitten in der Reise.

13. Und ganz wichtig: Wie hast du es erlebt, allein als Frau in Perth Häuser zu hüten? Gibt es Dinge, auf die du besonders achtest oder Tipps, die du weitergeben würdest?
Ganz ehrlich? Ich habe mich immer sehr sicher gefühlt. Australien generell wirkt auf mich als ein ziemlich sicheres Land, und im Vergleich zu vielen Hostels in Australien, über die ich schon diverse Horrorgeschichten gehört habe, ist Housesitting fast schon Luxus, was Sicherheit angeht.
Was man wissen muss ist, man lernt beim Housesitting nicht unbedingt so viele andere Reisende kennen. Für mich war das aber perfekt, weil ich nach den vielen Hostels in Afrika und Asien echt irgendwann sozial ausgebrannt war. Die Ruhe und Routine haben mir richtig gutgetan.
Tatsächlich war ich in Perth sogar bei zwei meiner Housesits gar nicht alleine. Bei einem blieb der 19-jährige Sohn zuhause, weil er arbeiten musste und wir haben dann zusammen auf Benji aufgepasst. Und bei meinem Sit mit der Deutschen Dogge Mim wohnte noch ein Mieter der Familie im Haus. Wir sind manchmal sogar zusammen mit Mim an den Strand gefahren oder haben uns abgesprochen, wenn ich mehr arbeiten musste.
In den Housesits, in denen ich wirklich komplett alleine war, habe ich mich aber trotzdem jederzeit sicher gefühlt. Die Häuser lagen alle in guten, ruhigen Gegenden, hatten teilweise Sicherheitsanlagen, und ich stand immer im engen Austausch mit den Besitzern.
Was ich persönlich nicht annehmen würde, gerade als Frau alleine, wären Sits in Gegenden, die mir nicht sicher erscheinen, oder Häuser, die komplett abgelegen im Nichts stehen. Da höre ich einfach auf mein Bauchgefühl. Wenn sich ein Housesit beim Lesen schon komisch anfühlt, lasse ich es. In Perth musste ich aber nie in eine solche Situation kommen.

Die schönsten Momente in Perth: Begegnungen & Menschen
14. Was hat dich beim Housesitting in Perth besonders überrascht oder berührt?
Mich hat ehrlich gesagt am meisten überrascht, wie unfassbar entspannt und freundlich die Menschen dort sind. Es war ja wirklich kein Einzelfall, dass mich die Besitzer schon vor dem eigentlichen Housesit oder sogar danach wieder bei sich aufgenommen haben. Ich durfte teilweise einfach schon vorher einziehen, mit ihnen essen, ihren Alltag miterleben, und genau dadurch sind richtig enge Freundschaften entstanden. Mit den meisten meiner Hosts aus Perth bin ich bis heute in sehr gutem Kontakt, und ich weiß, dass wenn ich irgendwann spontan wieder nach Perth fliege, habe ich dort immer ein Zuhause auf Zeit. Das fühlt sich einfach schön an.
Was mich aber wirklich richtig berührt hat, waren die kleinen, ehrlichen Gesten zwischendurch. Ich wurde zum Beispiel einmal zu Weihnachten eingeladen. Einfach so, weil sie nicht wollten, dass ich an dem Tag alleine bin. Und als mein Auto später mal ein Problem hatte, ist der Mann einer meiner Housesit-Familien mit mir zusammen losgezogen, um nach einem passenden Ersatzteil zu suchen. Er hat mir sogar beim Einbauen geholfen. Ohne ihn hätte ich beim Mechaniker hunderte Dollar lassen müssen. Er wollte dafür nicht mal etwas haben und ich habe ihn daraufhin zu einem Essen eingeladen.
Diese Art von Hilfsbereitschaft, komplett selbstverständlich und ohne Erwartung, hat mich in Perth wirklich am meisten beeindruckt und berührt.
15. Hast du Menschen kennengelernt oder Kontakte geknüpft, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?
Jeder einzelne Housesit in Perth war auf seine eigene Art besonders. Nur mit den Besitzern von Mim, der Deutschen Dogge, ist der Kontakt irgendwann verlaufen, mit allen anderen schreibe ich bis heute immer mal wieder. Es fühlt sich wirklich so an, als hätte ich inzwischen drei Familien in Perth, die mir total ans Herz gewachsen sind. Und ich habe das Gefühl, dass das auf Gegenseitigkeit beruht.
Wenn ich an meine Zeit in Perth zurückdenke, dann war sie vor allem deshalb so besonders, weil ich durch die Housesits Menschen kennengelernt habe, die mich aufgenommen haben, als würden sie mich schon ewig kennen. Diese Verbindungen möchte ich wirklich nicht missen.
Warum Perth (und Fremantle) fürs Housesitting geeignet sind
16. Was macht Housesitting in Perth (und Fremantle) für dich persönlich so besonders?
Für mich ist es vor allem die Kombination aus allem: die Nähe zum Meer und diesen unfassbar schönen Stränden, das warme aber trotzdem angenehme Klima, die entspannten, herzlichen Menschen und all die Möglichkeiten, die man rund um Perth hat. Und natürlich Fremantle. Fremantle hat einfach etwas, das schwer zu erklären ist… eine Mischung aus Küstenstadt-Vibe, Kreativität und Gemütlichkeit. Genau deshalb fühlt sich Housesitting dort für mich nicht nur praktisch an, sondern richtig, richtig besonders.
17. Für wen eignet sich Housesitting in Perth deiner Meinung nach besonders gut, und für wen eher weniger?
Ich würde sagen Housesitting in Perth eignet sich eigentlich für jeden, der mal eine Pause vom Hostelchaos braucht, Tiere liebt, einen richtigen Alltag auf Zeit möchte und einfach die Stadt und die Umgebung wirklich kennenlernen will. Auch für Remote arbeitende ist es perfekt. Du hast Ruhe, ein Zuhause, immer gutes WLAN und eine Fellnase, die zwischendurch mal für Bewegung sorgt. Und klar, wer Geld für Unterkünfte sparen möchte, ist beim Housesitting sowieso genau richtig.
Weniger geeignet ist es für Leute, die einfach nur irgendwo „umsonst schlafen“ wollen und gar kein echtes Interesse an Tieren haben. Oder für alle, deren Arbeitszeiten beim Work & Holiday so unregelmäßig sind, dass sie den Tieren nicht gerecht werden könnten. Und auch nicht für Menschen, die nicht gerne mal ein paar Tage oder Wochen an einem Ort bleiben möchten, denn Housesitting bedeutet eben auch Verantwortung übernehmen und nicht ständig unterwegs zu sein.
Ginas Tipps für Housesitting in Perth
18. Welche Tipps würdest du anderen geben, die in Perth Häuser hüten möchten?
Mein größter Tipp ist: sei von Anfang an offen und ehrlich. Sprecht direkt mit den Hausbesitzern darüber, was ihr euch vorstellt, und fragt genauso nach ihren Erwartungen. Das erspart Missverständnisse und sorgt dafür, dass niemand am Ende enttäuscht wird.
Bewerbt euch außerdem wirklich schnell. Gerade in Perth sind viele Sits schnell vergeben. Und wenn während des Sits irgendwas schiefgeht oder ihr unsicher seid, immer sofort ansprechen. Kommunikation ist beim Housesitting echt alles. Vertrauen muss auf beiden Seiten da sein, sonst wird’s für niemanden entspannt.

19. Wenn du noch einmal nach Perth reisen würdest: Würdest du wieder housesitten? Und welche Stadtteile oder Orte würdest du gern noch entdecken?
Auf jeden Fall würde ich immer wieder nach Fremantle bei Perth zurückkehren. Das ist ein Ort, an dem ein Stück Herz von mir hängt und das wird wohl auch immer so bleiben.
Sollte Fremantle mal nicht verfügbar sein, kämen für mich auch Coogee, Hamilton Hill, Hillarys, Scarborough oder viele andere Orte entlang der Westküste Australiens in Frage.
Als Nächstes möchte ich aber gerne Housesitting in Südamerika ausprobieren. Darauf freue ich mich schon riesig!
Fazit: Housesitting in Perth, Australien
Ginas Geschichte macht ziemlich deutlich, warum Housesitting in Perth für viele mehr ist als nur eine günstige Unterkunft: Es kann dir eine stabile, sichere Basis geben, um in Westaustralien wirklich anzukommen. Gerade, wenn du länger unterwegs bist, tut dieser Mix aus Alltagsrutinen, einem echten Zuhause auf Zeit und tierischer Gesellschaft unglaublich gut. Außerdem erlebst du die Stadt nicht im Touristenmodus, sondern mitten im normalen Leben und Alltag der Australier.
Spannend fanden wir vor allem, wie gut sich Perth, und besonders Fremantle und die angrenzenden Viertel, für längere Sits eignet. Wenn du nebenbei arbeitest oder einen Ort brauchst, von dem aus du Ausflüge machen kannst, ist das eine Kombination, die in der Praxis richtig gut funktioniert. Gleichzeitig zeigt das Interview, dass es in Perth zwar viele Angebote gibt, aber eben auch viele Bewerberinnen und Bewerber. Wer gute Chancen haben möchte, sollte Benachrichtigungen aktivieren, schnell reagieren und trotzdem nicht blind zusagen, sondern sich mit Anzeige, Tieren und Erwartungen wirklich beschäftigen.
Ein weiteres wichtiges Learning: Sicherheit entsteht vor allem durch Struktur. Gina beschreibt nachvollziehbar, warum Plattformen mit Verifizierung, Bewertungen und Support für Soloreisende deutlich angenehmer sind als spontane Suchen über Social Media. Ein Video-Call vorab, klare Absprachen und ein gutes Bauchgefühl sind dabei keine Nebensache, sondern die Grundlage dafür, dass Housesitting entspannt bleibt. Ebenso lohnt es sich, das Klima mitzudenken: Mit ein bisschen Planung lassen sich Hitzeperioden gut managen, indem du Aufgaben und Gassirunden auf die kühleren Tageszeiten legst und dich an den entspannten Rhythmus vor Ort anpasst.
Wenn du nach dem Interview Lust bekommen hast, Perth per Housesitting zu erleben, dann starte mit einem aussagekräftigen Profil, sammle erste Referenzen (wenn möglich) und setze dir Suchfilter für deine Wunschregion. So erhöhst du deine Chancen enorm, genau die Sits zu finden, die wirklich zu deinem Reisestil passen.
Gina war in Perth vor allem über Aussie House Sitters unterwegs. Die Plattform ist auf Australien spezialisiert und damit super, wenn du ganz gezielt nur in Down Under Häuser hüten möchtest. Wenn du hingegen nicht nur Australien, sondern auch andere Länder im Blick hast oder generell flexibler sein willst, ist TrustedHousesitters eine gute Ergänzung, weil du dort weltweit Housesits findest.
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Basic
Sitter
⭐ Beliebt
Standard
Sitter
wie Basic, zusätzlich:
Premium
Sitter
wie Standard, zusätzlich:
Suchfilter für Australien einstellen:
Sobald dein Profil steht, kannst du gezielt nach Angeboten in Australien suchen. Du kannst etwa in der App von TrustedHousesitters auch Suchfilter und Suchticker anlegen. So wirst du benachrichtigt, wenn ein Angebot reinkommt, das deinen Kriterien entspricht.
Tipp: Viele australische Hosts suchen Housesitter über Weihnachten und Neujahr sowie in den Sommerferien, weil sie in dieser Zeit selbst verreisen.
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