Housesitting in den USA mit TrustedHousesitters: Tipps & Erfahrungen von Julie
Housesitting in den USA ist für viele Reisende eine echte Chance, das Land jenseits klassischer Unterkünfte zu erleben. Wer in den Wohnungen und Häusern von Einheimischen lebt, bekommt einen viel authentischeren Einblick, übernimmt Verantwortung für deren Zuhause & Tiere und spart gleichzeitig ordentlich Budget.
Wie das in der Praxis funktioniert, welche Erfahrungen man in unterschiedlichen Regionen sammeln kann und worauf man sich beim Housesitting in den USA einstellen sollte, erzählt uns diesmal Julie, die auf Instagram unter @tradventures_julie ihre Weltreise dokumentiert.
Sie ist seit November 2024 allein unterwegs und hat bereits in mehreren US-Metropolen gesittet, darunter New York City, Los Angeles, San Diego, San Francisco, Seattle, Philadelphia und Naples in Florida. Julie berichtet, wie sie passende Sits findet, warum Bewertungen auf Plattformen so entscheidend sind, wie die Abläufe in den USA oft funktionieren und worauf sie als alleinreisende Housesitterin besonders achtet.
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Housesitting in den USA: Wie kommt man dazu?
Wie alles angefangen hat
1. Wie bist du überhaupt zum Thema Housesitting gekommen und warum hast du dich entschieden, damit in den USA zu starten?
Tatsächlich habe ich schon vor ungefähr drei Jahren von Housesitting gehört, es entdeckt, aber zunächst nicht wirklich ernst genommen. Ich dachte mir: „Nee, so einfach kann das nicht sein. Am Ende bezahle ich viel Geld für ein Jahr und dann funktioniert das alles nicht.“
Im November habe ich dann ganz spontan entschieden: Das Leben ist zu kurz, man muss Dinge einfach mal angehen und ausprobieren. Also habe ich mich spontan bei der App angemeldet, direkt nach Housesits gesucht und innerhalb von einem Tag sogar einen tollen Housesit in Norwegen bekommen. Das ging wahnsinnig schnell und war einfach perfekt.
Warum ich mich dann entschieden habe, damit in die USA zu gehen, hatte mehrere Gründe. Ich habe erstmal kleiner angefangen mit Housesits in Norwegen, Frankreich, der Schweiz und Deutschland und sehr schnell gemerkt, dass das alles super funktioniert. Ein riesiger Traum von mir war schon immer, New York zu sehen. Ich war tatsächlich schon einmal dort, bevor ich TrustedHousesitters genutzt habe, und erinnere mich noch gut daran, wie unglaublich teuer alles war, selbst im günstigsten Hostel. Mein lange gespartes Geld war sehr schnell weg. Trotzdem war New York wunderschön und mein allererster Besuch in Amerika.
Seitdem habe ich mir geschworen, die USA weiter erkunden zu wollen, weil ich es unglaublich spannend und schön fand. Außerdem hatte ich damals große Probleme, frei und flüssig Englisch zu sprechen, und hoffte, dass sich das durchs Reisen verbessert und ich dadurch mehr Selbstbewusstsein bekomme. Bis dahin war ich nämlich sehr schüchtern und es war mir sogar unangenehm, alleine essen zu gehen.
Was mittlerweile für mich mega schön ist, so eine me-time zu haben oder spontan neue Leute kennenzulernen, da ich jetzt so viel besser Englisch kann.
Julies USA Städte im Überblick
2. In welchen US-Städten hast du bisher gesittet und wie lange warst du dort jeweils im Einsatz?
Ich war bisher in mehreren Städten in den USA unterwegs: Ich war zweimal in New York, außerdem in Florida, genauer gesagt in Naples, in Los Angeles, San Diego, San Francisco, Seattle und Philadelphia.
In New York war ich jeweils ungefähr eine Woche, also insgesamt zwei Wochen. Philadelphia waren 9 Tage. Los Angeles, San Diego, San Francisco und Seattle waren jeweils einwöchige Housesits. Naples, Florida, war 16 Tage.
Der erste Housesit in den USA
3. Wie lief dein allererster Housesit in den USA ab – von der Ankunft bis zur Übergabe? Gab es etwas, das dir als alleinreisende Housesitterin besonders aufgefallen ist?
Mein erster Housesit in den USA war wirklich eine besondere Erfahrung, weil die Abläufe dort sehr anders sind als in Europa. In Europa legen viele Hosts Wert darauf, dass man sich vorher persönlich oder zumindest per Videocall kennenlernt. In den USA ist das oft komplett anders, dort habe ich viele Sits bekommen, ohne überhaupt einen Videocall zu haben. Den Hosts reichen häufig meine Bewertungen, und sie sind bei der Ankunft oft schon gar nicht mehr zu Hause.
So war es auch in New York. Ich habe im Voraus einen Türcode für den Hauseingang und die Wohnung und einen detaillierten Guide in der App mit allen Regeln und Infos bekommen. Zusätzlich haben wir über WhatsApp geschrieben. Persönlich begegnet sind wir uns beim Housesit allerdings gar nicht.
Trotzdem hatten wir engen Kontakt: Ich habe ein- bis zweimal täglich Bilder und Videos geschickt, erzählt, wie es dem Tier geht und dass alles in Ordnung ist. Die Kommunikation war wirklich super. Auch bei der Übergabe haben wir uns nicht gesehen, weil mein Flug früher ging als ihre Rückkehr. Aber da alles vorher klar abgesprochen war, hat das problemlos funktioniert.
Ich überlasse das immer den Besitzern der Tiere, was ihnen wichtig ist, wie sie es handhaben möchten, und ich passe mich dem an. Natürlich finde ich es schön, wenn man vorher oder währenddessen eine enge Bindung hat, aber das kann man nie vorher wissen.
In Naples, Florida, habe ich zum Beispiel zwei ganze Tage vorher mit der Besitzerin der süßen Katze Nida verbracht. Wir haben uns wahnsinnig gut verstanden, und wie viele andere hat auch sie mich direkt für den nächsten Housesit eingeladen. Ich akzeptiere aber genauso, wenn Besitzer es lieber so möchten, dass wir uns gar nicht begegnen. In den USA war das sogar bei etwa 70 Prozent meiner Sits der Fall.
Was mir als Frau besonders aufgefallen ist: Ich habe einen großen Vorteil, weil sehr viele Tierbesitzer gezielt nach alleinreisenden Frauen suchen. Viele Tiere mögen offenbar Frauen lieber als Männer, und gleichzeitig bevorzugen viele Hosts eine einzelne Person im Haus und das ist häufig eine Frau. Durch Gespräche habe ich erfahren, dass manche schlechte Erfahrungen mit Paaren oder mehreren Personen gemacht haben etwa Lärm, Unordnung, Streit oder ein anderer Umgang mit den Tieren, der dann zu Problemen geführt hat.
Was außerdem immer besonders ist: Gerade in Städten wie New York und Los Angeles bin ich unfassbar dankbar, überhaupt in einer vergleichsweise großen Wohnung wohnen zu dürfen und dazu noch alleine mit den Tieren. Für mich ist das Sitten von Tieren ein absoluter Traum, weil ich auf einem Bauernhof groß geworden bin und Tiere liebe. Das ist wirklich mein Herzblut; es gibt für mich nichts Schöneres.
Natürlich hat aber jeder seine eigene Art zu leben, und manchmal muss man sich auf ungewohnte Dinge einstellen, wie zum Beispiel ein Bett aufgebaut oder bezogen ist, wie eng eine Single-Wohnung ist oder wie Dinge organisiert sind. Bei einem meiner New-York-Sits habe ich sofort Marihuanageruch wahrgenommen. Das ist überhaupt nicht mein Ding – ich hasse es sogar – und besonders schlimm finde ich, wenn Tiere dem Rauch ausgesetzt sind, ohne sich wehren zu können. Aber es ist nicht meine Wohnung, nicht mein Tier, und ich muss dann damit leben. Der Geruch blieb tagelang in der Wohnung, was für mich wirklich unangenehm war.
In einer anderen Wohnung gab es zwei Katzen, aber nur eine einzige Katzentoilette. Das finde ich sehr problematisch, denn die Regel lautet eigentlich: pro Katze eine Toilette und zusätzlich eine extra, in dem Fall also drei. Die eine Toilette sah dementsprechend aus, und das hat mich traurig gemacht, weil es die Katzen belastet und ihr Verhalten negativ beeinflussen kann. Die Toilette war leider bis oben voll mit den Ausscheidungen. Ich habe sie daraufhin komplett neu gemacht und das Streu reichte dafür nicht aus. Es gab keinen Ersatz. Also musste ich Neues kaufen. Beziehungsweise habe ich es einfach getan und auch nicht das Geld dafür verlangt, da die Besitzer offenbar eine andere Handhabe mit der Menge an Streu haben. Es kam tatsächlich häufiger vor, dass irgendwas wie Futter gefehlt hat. Aber das ist kein Problem für mich.
Trotz solcher kleiner Herausforderungen bin ich immer dankbar. Selbst eine 30-Quadratmeter-Wohnung ist für mich unglaublich viel mehr als ein Hostelzimmer. Mein Hostel damals hat für acht Nächte über 1000 Euro gekostet, was für mich wahnsinnig viel Geld ist. Und die Mieten in New York oder generell in großen Städten in den USA sind unfassbar hoch. In NY z. B. hatte ich eine Wohnung, die 6500 $ pro Monat kostet. Ich war auch z. B. in Los Angeles und Seattle. Überall durfte ich in zentralen, tollen Wohnungen leben, und das ist für mich ein riesiges Geschenk.

Plattformen für Housesitting in den USA
4. Über welche Plattform(en) hast du deine USA-Sits gefunden, und wie zufrieden bist du mit den Angeboten dort?
Die App, die ich nutze, heißt TrustedHousesitters, und ich bin wahnsinnig zufrieden damit. Ich hatte ursprünglich nur das Basismodell, das vollkommen ausreicht.
Da ich dann viele Housesits in Amerika geplant hatte und finanziell nicht viel Spielraum hatte, wollte ich auf Nummer sicher gehen und habe mich für das Premium-Modell entschieden. Das war nicht viel teurer im Angebot und bietet die Sicherheit, dass ich im Fall einer kurzfristigen Absage abgesichert bin, etwa durch die Kostenübernahme eines Hotels, falls kein alternativer Housesit verfügbar ist.
Bisher ist so etwas noch nie passiert. Nur einmal musste ich kurzfristig einen neuen Housesit finden, aber das klappte problemlos. Aber die Möglichkeit zu haben, finde ich super.
Die Kommunikation läuft superschnell, sowohl mit den Besitzern als auch mit dem Support. Alles ist gut organisiert, und die Plattform funktioniert sehr zuverlässig. Ich bin insgesamt sehr, sehr zufrieden.
Ich bin super zufrieden mit den Angeboten. Allerdings gibt es Orte, an denen die App leider nicht so stark genutzt wird, was ich schade finde, zum Beispiel Japan. Dort möchte ich unbedingt weiterreisen, aber die App wird kaum genutzt. Sie ist eher in Amerika und Europa verbreitet. Die Hochburgen sind besonders England sowie die Ost- und Westküste der USA, aber auch sonst gibt es in vielen Teilen Europas und Amerikas zahlreiche Housesits. Teilweise findet man auch Angebote in Australien, Neuseeland und Afrika. Der Rest der Welt ist leider weniger vertreten. Trotzdem gibt es nach wie vor unglaublich viele Orte, die ich bereisen möchte, und das alles weiterhin mit der App TrustedHousesitters.
Ganz aktuell möchte ich meine große Unzufriedenheit mit der Einführung der Buchungsgebühr (Booking Fee) bei TrustedHousesitters zum Ausdruck bringen. Ich habe damals mit dem Basismodell begonnen und dafür 100 Euro für ein ganzes Jahr bezahlt. Dieses Modell war für mich fair, transparent und vor allem realistisch nutzbar. Wenn man die aktuellen Hotelpreise betrachtet, liegen diese inzwischen oft bei rund 100 Euro pro Nacht. Das ursprüngliche Modell war daher etwas ganz Besonderes. Für 100 Euro im Jahr die Möglichkeit zu haben, weltweit zu reisen, kostenlos zu wohnen und sich gleichzeitig liebevoll um diese wunderbaren Tiere zu kümmern, war für mich ein unschlagbares und einzigartiges Konzept. Die nun eingeführte Buchungsgebühr, nach der plötzlich jeder einzelne Sit von Basic- und Standardmitgliedern zusätzlich bezahlt werden muss, stellt für mich eine massive Verschlechterung dar. Diese Änderung macht das Modell finanziell deutlich unattraktiver und nimmt dem ursprünglichen Gedanken von Vertrauen, Gemeinschaft und Gegenseitigkeit sehr viel von seinem Wert.
Ich empfinde diese neue Preisstruktur daher als sehr negativ und nicht im Sinne der Nutzer, die TrustedHousesitters von Anfang an unterstützt haben. Zudem findet man inzwischen zahlreiche kritische Stimmen und Bewertungen zu dieser Änderung, was zeigt, dass ich mit dieser Meinung keineswegs allein bin. Ich hoffe sehr, dass diese Entscheidung noch einmal überdacht wird, da sie für langjährige Mitglieder wie mich einen deutlichen Rückschritt darstellt.
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Angebote & Nachfrage für Housesitter in den USA
5. Wie schwierig war es, in beliebten Städten wie NYC, LA oder San Francisco einen Housesit zu bekommen? Gibt es starke Konkurrenz?
Das ist wirklich wahnsinnig, wahnsinnig schwierig, vor allem, wenn man noch keine Bewertungen hat. Die Bewertungen auf der App sind dein Kennzeichen, das A und O, das Allerwichtigste.
Ich hatte unfassbares Glück, dass ich noch gar keine Bewertungen hatte und trotzdem meinen allerersten Housesit für drei Wochen in Norwegen bekommen habe. Deshalb empfehle ich allen, die einsteigen wollen: Sucht euch am Anfang einen Housesit ganz in der Nähe, z. B. in Deutschland, wo man die Menschen auch persönlich kennenlernen kann, oder einen kurzfristigen Sit, vielleicht nicht am spektakulärsten Ort.
Bei mir war das über Weihnachten und Silvester eine besonders schwierige Zeit, jemanden kurzfristig zu finden. Aber ich hatte Glück, es klappte super spontan. Ich hatte sogar drei Wochen lang das Privatauto des Hosts zur Verfügung, was ich bei TrustedHousesitters als unfassbare Bereicherung empfinde. Man kann bei der Suche direkt filtern, z. B. nach Locations, Tieren oder Verfügbarkeit eines Autos.
Beispiel Hawaii: Ich habe versucht, dort seit November 2024 immer wieder zu sitten. Oft konnte ich mich nicht bewerben, weil die ersten fünf Bewerbungen schon vergeben waren. Nach 5 Leuten wird die Anzeige rausgenommen. Manchmal gab es Videocalls, manchmal Absagen. Sieben Monate später, im Juni, hat es endlich geklappt.
Selbst mit sehr guten Bewertungen muss man also hart kämpfen und schnell sein, besonders in beliebten Städten wie New York. Man muss sich schnell bewerben und einen ansprechenden Text schreiben, um hervorzustechen.
Wo es leichter ist in Städten wie NY… bei Hosts, die ganz neu sind. Also selbst noch keine Bewertungen haben. Da weiß man aber nicht, ob es wirklich klappt und was einen letztlich erwartet. Oder vielleicht spontan abgesagt wird. Mir ist z. B. Hygiene sehr wichtig. Und aus den bisherigen Bewertungen kann ich immer erkennen, ob es dort sauber und ordentlich ist.

Tiere & Organisation beim Housesitting in Amerika
Welche Tiere Julie betreut
6. Welche Tiere hast du in den USA betreut? Und unterscheiden sich die Anforderungen je nach Region oder Stadt?
Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und liebe daher alle Tiere. Wir hatten immer viele Hunde, Katzen, Schweine, Kühe und Hühner. Da ich als Kind mit etwa 20 Katzen aufgewachsen bin, bin ich ein absoluter Katzenmensch.
Egal, wo ich unterwegs bin, Katzen scheinen mich automatisch zu mögen und zu finden. Oft auch Katzen, die sich vorher von niemandem haben streicheln lassen. Ich weiß nicht, ob es an meinem Geruch liegt oder daran, dass ich mein Leben lang an Katzen gewöhnt bin, aber es ist ein wahnsinniges Geschenk.
Deshalb bevorzuge ich Housesits mit Katzen und suche in der Regel gezielt danach. Aber ich bin offen für alles. Bisher hatte ich nur Housesits mit Hunden, Katzen oder beidem. Ich hatte auch schon Gespräche mit Besitzern von Frettchen, Vögeln (Papageien) oder Schildkröten, konnte aber damals nicht zusagen, da ich spontan angeschrieben wurde, ob ich nicht sitten möchte. Es hatte aber nicht geklappt. Denn bei der App kann man auch aktiv von Hosts angeschrieben werden, wenn sie mein Profil sehen und mich gernehaben wollen.
Zukünftig könnte ich mir vorstellen, auch andere Tiere zu betreuen. Ich werde unter anderem bei meinem Hawaii-Housesit Hunde und Vögel haben, mein erster Housesit mit Vögeln.
Die größten Tieranzahlen, die ich bisher betreut habe, waren drei Hunde oder zwei Hunde und eine Katze. Ich könnte mir auch vorstellen, Häuser mit zehn Katzen und drei Hunden zu übernehmen. Das ist für mich kein Problem, weil ich auf dem Bauernhof mit hunderten Tieren aufgewachsen bin.
Die Anforderungen unterscheiden sich nicht nach Region oder Land, sondern nach den individuellen Vorstellungen der Besitzer: Manche wollen nur, dass man füttert, andere wünschen, dass man mehrere Stunden täglich mit den Tieren verbringt. Ich gehe immer über das geforderte Maß hinaus, weil es mir eine Herzensangelegenheit ist, dass die Tiere glücklich sind und nicht merken, dass ihr Besitzer fehlt.
Beispiele: In Seattle hatte ich zwei Hunde und eine Katze, ich war etwa sechs Stunden am Tag mit den Hunden draußen. In Schottland hatte ich zwei Hunde. Dort war ich manchmal zwölf, dreizehn Stunden am Tag unterwegs, weil ich deren Auto hatte und die Hunde mitnehmen konnte. Mit Katzen spiele ich oft mehrere Stunden morgens, abends und manchmal auch mittags. Und bleibe dementsprechend länger im Haus, morgens und abends.
Die Regeln hängen stark von den persönlichen Präferenzen ab: Futterzeiten, Nass- oder Trockenfutter, Gassi-Zeiten, besondere Pflege bei alten Tieren, auch nachts rausgehen. Z. B. hatte ich einen Sit mit alten Hunden, die 6 × in 24 Stunden rausmussten. Auch nachts um 3 oder 4. Wir sind alle irgendwann alt und froh, wenn sich jemand kümmert, und können nichts dafür, dass wir öfter Hilfestellung brauchen. Also tue ich das einfach. Ich sehe das nicht als Arbeit, sondern als Passion.

So ticken die Hosts
7. Wie hast du die Hosts erlebt: Eher entspannt, sehr strukturiert, oder je nach Region ganz unterschiedlich?
Die Hosts sind komplett unterschiedlich, so wie jeder Mensch unterschiedlich ist. Manche sind komplett strukturiert, haben zusätzlich zum Welcome Guide, der sowieso auf der TrustedHousesitters App ist und den der Besitzer ausfüllen muss, noch ganz viele Informationen zu Hause. Manchmal handschriftlich, manchmal abgetippt, manchmal sogar mit kleinen Schildchen an Schränken und Türen oder mit extra Videos.
Viele machen nur den Welcome Guide und sind dann per WhatsApp erreichbar. Wieder andere füllen nicht mal den Guide bei der App aus, sondern schicken nur eine PDF-Datei oder eine kurze Anweisung oder besprechen alles per Video. Alles ist komplett unterschiedlich und hat meiner Meinung nach nichts mit der Region zu tun, sondern einfach mit der individuellen Persönlichkeit der Hosts.
Was man vor dem Housesitting in den USA wissen muss
Typische Herausforderungen vor Ort
8. Gab es Herausforderungen, die typisch für die USA sind, zum Beispiel große Häuser, lange Distanzen, besondere Sicherheitsvorkehrungen oder extreme Wetterlagen?
Man sollte manchmal vorher googeln, wo der Housesit tatsächlich liegt, denn in Amerika gibt es viele Orte, die durchaus gefährlich sein können. Zum Beispiel war ich in San Francisco in Oakland, was ein eher gefährliches Gebiet ist. Ich bin dort zu Fuß losgelaufen und stellte schnell fest, dass dort kaum jemand zu Fuß unterwegs ist, vor allem keine Touristen. Man sollte in solchen Gegenden besonders vorsichtig sein.
Mir ist zwar nichts passiert, aber ich habe in ganz Amerika bei fast allen Sits immer wieder Drogenabhängige gesehen. Auch Leute, die Spritzen bei sich hatten, sowie Obdachlose und viele Menschen, die man schwer einschätzen kann. Deshalb wähle ich meine Sits eher so aus, dass ich zwar relativ zentral bin, aber nicht in den problematischen Gegenden, und wo die öffentlichen Verkehrsmittel gut funktionieren.
Die einzige Ausnahme war Florida, Naples: Hier ging es mir mehr um die Erfahrung, Florida einmal gesehen zu haben. Das Anwesen war riesig, eine Villa, und die Katze vor Ort einfach einzigartig. Bereits ab Tag 4 von 16 legte sie sich immer auf meinen Schoß, etwas, das sie bei ihrer Besitzerin nie tat. Und diese hat es nicht glauben können, als ich ihr die Videos geschickt habe, da ihre Katze eine gerettete Katze aus einem Krisengebiet ist und sie so etwas einfach niemals kannte auf der Straße.
Solche besonderen Erlebnisse machen die Erfahrungen einfach unglaublich schön.
Ansonsten hatten meine ersten Housesits eigentlich kaum Herausforderungen. Ich war zuerst in New York und an der Westküste, dort war alles sehr entspannt. Da wir uns vorher nicht getroffen hatten, hatte ich einfach die Zahlencodes für die Haustür und Wohnung und kam problemlos rein. Alles war abgesichert und klar geregelt. Bei großen Häusern gibt es manchmal einen 24-Stunden-Doorman als Ansprechpartner, was super praktisch ist.
Die einzige „echte“ Herausforderung war in Naples, Florida:
Dort waren die Distanzen riesig, es gab keine Busverbindungen, und ich war auf Uber oder Taxi angewiesen, was teuer war. Außerdem bin ich normalerweise ein „ZuFußMensch“ und laufe einfach los. Doch bei 35 Grad zu Fuß unterwegs sein, da merkt man, warum dort wirklich keiner zu Fuß unterwegs ist.
Weiterhin gibt es viele Housesits, die komplett auf dem Land liegen, wo man auf ein Auto angewiesen ist. Wenn der Host kein Auto stellt, muss man eins selbst mieten und organisieren, was sehr teuer werden kann. Solche Sits versuche ich eher zu vermeiden, da ich immer darauf achte, möglichst zu sparen. Große Häuser machen mir persönlich nichts aus, im Gegenteil, ich finde es spannend, so etwas zu bewohnen. Natürlich muss man am Ende alles sauber halten, aber das stört mich überhaupt nicht. Ich finde es super interessant und schön. Je mehr Tiere und je größer das Haus, desto besser. In Leeds z. B. hatte ich ein Manor House und ein Cottage mit riesiger grünen Parkanlage und zwei tollen Hunden dabei.
Zur Wetterlage: Das einzige Mal, wo ich etwas Angst hatte, war Florida, Naples, während der Hurrikan-Saison. Ich hatte die ganze Zeit Sorge, dass ein Hurrikan kommen könnte, und wusste nicht genau, wie ich dann reagieren sollte, vor allem mit der Katze und ohne eigenes Auto, um eventuell zu fliehen. Ich stellte mir verschiedene Szenarien in meinem Kopf vor, aber letztendlich ist zum Glück nichts passiert.
Dauer und Planung der Sits
9. Wie lang sind die typischen Housesitting-Zeiträume in den USA – eher kurz oder mehrere Wochen? Und wie früh bewirbst du dich?
Typische Housesitting-Zeiträume kann man gar nicht wirklich benennen, da jeder komplett individuell sucht. Ich habe schon gesehen, dass Leute für drei Monate suchen. Aber es gibt auch Sits für nur einen Tag, eine Woche, zwei Wochen oder drei Wochen, es gibt alles.
Da Amerika generell relativ teuer ist, habe ich mich für Housesits zwischen einer Woche und 16 Tagen entschieden, weil ich in diesen Zeiträumen immer auch Lebensmittel kaufen muss. Selbst wenn ich selbst koche, sind die Preise doch ziemlich hoch. Gleichzeitig möchte ich auch ein bisschen was von der Gegend entdecken und möchte dann natürlich das eine oder andere erleben, was leider bei touristischen oder großen Städten natürlich auch etwas kostet und manchmal sehr, sehr viel. Da muss ich die Zeit dann doch ein wenig beschränken.
Wenn es nach mir ginge, würde ich auch gerne drei, vier oder fünf Monate am Stück in einer meiner Lieblingsstädte wie New York oder Los Angeles verbringen, aber das ist finanziell einfach nicht machbar.
Und wie früh ich mich bewerbe? Wenn mich ein Housesit wirklich sehr, sehr, sehr interessiert, dann kann das schon sehr früh sein. Das früheste war bei mir mal zehn Monate im Voraus. Meistens plane ich aber circa drei Monate im Voraus, weil ich immer versuche, bei den Flügen sehr, sehr günstige Flüge zu finden, indem ich mehrere Wochen und Monate die Flugpreise vergleiche und dann zum besten Zeitpunkt buche. Daher ist weit im Voraus für mich eher die bessere Variante.
Bei meiner Westküstenreise z. B. habe ich Flüge von Hamburg nach Los Angeles, nach San Diego, nach San Francisco und nach Seattle und im Anschluss zurück nach Hamburg für 600 € gefunden (insgesamt!!), weil ich ewig verglichen und recherchiert habe. Und am Ende gab es bei zwei Flügen sogar ewige Verspätungen, weshalb ich noch Geld erstattet bekomme (dauert der Prozess), was für meine Reisen natürlich toll ist.
Es gibt aber auch Momente und Möglichkeiten, in denen ich das kurzfristig mache mit dem Suchen nach Housesits.
Gute Städte und Regionen
10. Welche Städte oder Regionen eignen sich deiner Meinung nach besonders gut für Housesitting, und warum?
Städte, die sich am besten eignen, sind natürlich ganz beliebte Hotspots und Großstädte wie z. B. Miami, Los Angeles, New York oder Washington, weil dort auf einer relativ kleinen Fläche wahnsinnig viel angeboten wird, was man ansehen und was man machen kann.
Die öffentlichen Verkehrsmittel sind super gut, man ist auf kein Auto angewiesen, man muss sich nichts organisieren und nicht überlegen, wie man von A nach B kommt, das ist alles super gut organisiert, vor allem in Amerika. Deswegen sind große, beliebte Städte natürlich super geeignet dafür.
Regionen würde ich sagen, habe ich tatsächlich schon überall in Amerika tolle Haussits gesehen, die angeboten wurden. Das ist dann wieder ganz individuell von den Leuten, die über diese App angemeldet sind, davon erfahren haben, denen das Wohl ihrer Tiere besonders am Herzen liegt und die ihr Tier nicht mitnehmen können oder es nicht in eine Tierpension abgeben wollen.

Wichtige Dokumente und Absicherungen
11. Welche Dokumente, Versicherungen oder Nachweise waren für dich hilfreich oder sogar notwendig?
Tatsächlich benötigt man eine Auslandskrankenversicherung. Die ist, soweit ich weiß, Pflicht. Die hatte ich aber ohnehin schon. Ansonsten ist es relativ frei und man braucht nichts Spezielles als Dokument oder Versicherung dabei zu haben.
Aktivitäten in Kombination mit Housesitting in Amerika
12. Wie gut lässt sich Housesitting in den USA mit Remote-Arbeit oder Stadtbesichtigungen verbinden?
Ich arbeite tatsächlich nicht, während ich reise, sondern erfülle mir meine Weltreise so, dass ich die Zeit zur freien Verfügung habe. Ich habe vorher gespart. Aber ich betreibe zum Beispiel meinen Instagram-Kanal @tradventures_julie als Hobby. Verdiene damit nichts. Ich habe damit gestartet als mein persönliches Tagebuch. Früher habe ich tatsächlich Fotos ausgedruckt und Fotoalben gemacht, aber wenn man mal ehrlich ist, schleppt man diese Fotoalben niemals sein ganzes Leben durch alle Umzüge. Ich habe wahnsinnig viele und sie sind wahnsinnig schwer, aber sie liegen an einem Ort, an dem ich sie auch nicht mitnehmen werde und kann.
Instagram hat mir in dem Sinne eine leichte Variante geschenkt, wo ich meine Erinnerungen behalten und immer wieder abrufen kann, was ich auch oft tue, vor allem in den Highlights. Wenn ich mir diese Highlights von meinen Housesits anschaue, dann weiß ich genau, wie ich mich gefühlt habe, wie schön es an dem und dem Ort war, wie ich ganz besondere neue Dinge erlebt habe und an Orten war, von denen ich niemals zu träumen gewagt hätte, dass ich dort jemals sein werde. Dinge, die ich vielleicht im Fernsehen gesehen hatte, durfte ich plötzlich selbst erkunden und live, in real life, erleben. Ich habe ganz neue Orte entdeckt, von denen ich vorher noch nie gehört habe, einfach per Zufall oder durch den Housesit, durch ganz besondere zufällige Gegebenheiten, an die ich immer wieder denken möchte und die ich mir anschauen kann.
Das mache ich einfach so nebenbei als Hobby, wenn ich sowieso ein bisschen Ruhe brauche und Ruhe haben möchte und abends einfach entspannt im Bett liege, mit meinem Housesit-Tier kuschle oder tagsüber zum Beispiel eine Essenspause mache. Das mache ich dann kurzfristig, und bei den meisten Sits kann ich super die Städte und Gegenden erkunden. Das funktioniert ganz toll, da ich sie mir immer so raussuche, dass ich nicht zu weit entfernt von allem bin, wo ich gerne hinmöchte, und gleichzeitig wahnsinnig viel Zeit mit den Tieren verbringen kann, damit sie sich nicht einsam fühlen. Ich kann mit ihnen spielen oder kuscheln und sie haben eine wunderschöne Zeit, genauso wie ich, aber trotzdem bleibt noch etwas Zeit übrig, um die Gegend bzw. die Städte zu erkunden und tolle Dinge zu unternehmen.
Das macht Housesitting in den USA zu einer besonderen Erfahrung
Unterschied zum klassischen Städtetrip
13. Wie unterscheidet sich dein Alltag beim Housesitting von einem klassischen Städtetrip?
Wenn ich einen Housesit mache, geht es für mich in erster Linie tatsächlich um die Tiere. Ich suche mir natürlich auch gerne mal Ziele raus, wo ich gerne hinmöchte und die ich schon immer mal bereisen wollte. Aber trotzdem ist mir ständig bewusst, dass ich einen Housesit mache, in dem lebendige Tiere sind, Tiere, die Bedürfnisse haben, die vielleicht einsam sind, die es nicht gewohnt sind, ihre Besitzer nicht ständig um sich zu haben, die sie vermissen und dadurch verängstigt sind oder denen es nicht so gut geht, wenn sie alleine sind. Sie wissen einfach auch nicht, was wirklich los ist, was passiert, ob sie ihre eigentlichen Besitzer jemals wiedersehen.
Deshalb ist es für mich wahnsinnig wichtig, diese Zeit so perfekt wie möglich zu machen und tatsächlich auch eine Bindung aufzubauen, was tatsächlich immer funktioniert, es sei denn, es ist wirklich ein absolutes Angsttier. Das kam mir bisher tatsächlich nur einmal vor, bei dem die Katze wirklich unglaublich Angst hatte vor allem und jedem. Ich konnte das auch nicht komplett ändern, wobei der Housesit nur eine Woche ging und ich innerhalb dieser Woche trotzdem Verbesserungen feststellen konnte. Zum Beispiel wurde mir von den Besitzern gesagt, dass ich sie nicht anfassen oder streicheln soll, weil sie mich dann attackieren würden. Aber tatsächlich war es dann an Tag fünf, sechs und sieben so weit, dass ich die Katze streicheln durfte. Sie war immer noch sehr zurückhaltend und ängstlich, aber es war immerhin möglich. Bei einem längeren Housesit wäre es sicher noch viel besser geworden. So etwas freut mich immer sehr.
Daher unterscheidet sich das in dem Sinne, dass mein Fokus, wenn ich alleine reise oder ohne Housesit mit Freunden oder Familie verreise, natürlich anders gesetzt ist. Da liegt der Schwerpunkt auf allem, was wir unternehmen wollen, allem, was wir sehen wollen: so früh wie möglich aus dem Haus, so spät wie möglich zurück, den ganzen Tag unterwegs sein und so viel wie möglich erleben in kürzester Zeit. Bei einem Housesit stehen die Tiere an erster Stelle. Ich entscheide dann, wenn ich vor Ort bin, spontan, wie ich mich verhalte. Wenn ich merke, dass das Tier meine Bindung braucht und es vielleicht verlangt, verbringe ich noch mehr Zeit mit ihm, wenn ich merke, dass es das braucht und es mich mag und mir guttut. Andersherum, wenn ich merke, dass das Tier eher Angst hat und sich zurückzieht, dann gehe ich natürlich auch früher aus dem Haus.
Dementsprechend bleibt natürlich etwas weniger Zeit, um die Gegenden und Städte zu erkunden und Dinge zu unternehmen, aber das ist für mich schon einkalkuliert und steht für mich an oberster Stelle, weil ich eine Verantwortung habe und Tiere über alles liebe. Ich liebe es, dass ich etwas Positives geben kann für Lebewesen, die nicht die Möglichkeit haben, zu kommunizieren und sich zu äußern. Tiere können nicht sagen, was sie sich wünschen oder was sie wollen, sie können es nur anhand ihres Verhaltens zeigen. Ich versuche, das zu deuten und in meine Zeit vor Ort zu integrieren. Aber letztlich bleibt trotzdem immer noch genügend Zeit, um viele tolle Dinge zu erleben und schöne Sachen zu sehen.

Allein als Frau unterwegs
14. Wie hast du es erlebt, allein als Frau in den USA zu housesitten, besonders in Großstädten? Worauf achtest du, um dich wohlzufühlen?
Da ich mittlerweile echt viel alleine gereist bin, ist es für mich absolut kein Problem mehr, alleine unterwegs zu sein. Ich bin, glaube ich, automatisch auf unvorhergesehene Situationen vorbereitet. Ich muss aber auch sagen, dass ich oft ein bisschen blauäugig durch die Gegend gelaufen bin und manchmal tatsächlich noch laufe, wie zum Beispiel einfach zu Fuß in Florida loszulaufen bei 35 Grad im Schatten oder auch in Oakland in Amerika zu Fuß durch gefährliche Gegenden zu gehen.
Tatsächlich recherchiere ich mittlerweile mehr im Vorfeld und verhalte mich dementsprechend in gefährlichen Gebieten. Dort bin ich an wirklich gefährlichen Orten gar nicht mehr unterwegs. Wobei man das auch nicht immer vermeiden kann, wie zum Beispiel in San Francisco und Seattle. Dort sind drogenabhängige oder geistig eingeschränkte Menschen beziehungsweise potenziell gefährliche Menschen oft mitten in der Stadt an Orten, wo man einfach vorbeilaufen kann. Das ist nicht wie in Los Angeles, wo man die Skid Row-Gegend ohnehin meidet, weil dort einfach keine Touristengegend in der Nähe ist und man in der Regel nicht vorbeikommt als Tourist.
Bei solchen Situationen wechsle ich einfach die Straßenseite oder versuche, mit Menschen, die für mich vertrauenswürdig aussehen, in Kontakt zu treten, Augenkontakt herzustellen, sie kurz anzusprechen und um Hilfe zu bitten. In der Regel versuche ich einfach, solchen Situationen aus dem Weg zu gehen, indem ich die Seitenstraße wechsle, die Richtung ändere oder nicht bei Dunkelheit an bestimmten Orten allein unterwegs bin.
In Los Angeles war es zum Beispiel tatsächlich ein komisches Gefühl, die öffentlichen Verkehrsmittel zwischen zwei weit auseinander liegenden Orten zu nutzen. Der Zug musste auf der Strecke durch die Skid Row-Gegend durchfahren. Und das war doch etwas beängstigend. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Los Angeles sind sehr günstig. Und die Züge immer angeschlossen. Also, man kann nicht von Abteil zu Abteil gehen. Das bedeutet, ich bin mit gewissen Menschen „eingesperrt“. Und aussteigen in der Gegend ist auch keine Option. Da sind tatsächlich zwischendurch echt komische Leute eingestiegen. Ich bin froh, dass die Messerattacke auf die arme junge Frau, die in den Medien zu sehen war und daran leider verstorben ist, erst nach meiner Reise passiert ist. Ansonsten hätte ich dann wohl wahnsinnige Angst gehabt.
Ansonsten kann ich sagen, dass ich nicht viele gefährliche oder komische Situationen alleine als Frau erlebt habe. Ich glaube, ich bin auch eine sehr toughe Frau und sehe nicht so aus, als müsste ich beschützt werden oder wäre ein ängstlicher Mensch, schon allein, weil ich mit meinen 1,80 Metern für eine Frau relativ groß bin. Ich fühle mich eigentlich immer wohl. Ich recherchiere vorher, in welchem Land ich unterwegs bin, was die Sitten sind und was die Kleidung betrifft, sodass man dort nicht zu freizügig unterwegs ist. Ansonsten trage ich gerne das, was ich mag, um mich wohlzufühlen, meine komfortable Kleidung.
Ich gehe mit einer positiven Art und Weise und Ausstrahlung durch die Welt. Ich bin ein sehr positiver Mensch und lächle auch gerne Menschen an, was immer wieder zu schönen Unterhaltungen führt, insbesondere, wenn mir tolle Tiere begegnen. Durch meine positive, offene Art gerate ich automatisch in Gespräche und lerne dadurch tolle Menschen kennen. Das ist meine Art, mich auf Reisen wohlzufühlen und schnell mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Das geht aber auch ohne Tiere. Es ist nur ein Mechanismus und eine Art und Weise, wie ich durchs Leben gehe. Man muss im Prinzip gar nicht viel tun, außer freundlich zu sein, seine Persönlichkeit offen und freundlich zu zeigen, Menschen anzulächeln und ihnen auf eine offene Art zu begegnen. Dann fühle ich mich wohl.
Ich habe aber auch kein Problem damit, längere Zeit alleine zu sein, weil ich der Mensch bin, mit dem ich mein Leben lang klarkommen muss. Durch diese Reisen kann ich mich noch besser identifizieren und kennenlernen in einem Umfeld, das ich nicht gewohnt bin.
Was Julie besonders begeistert
15. Gab es etwas, das dich beim Housesitting in den USA besonders überrascht oder begeistert hat?
Ich mag es sehr, dass einem in Amerika so viel abgenommen wird. Man muss zum Beispiel den Einkaufswagen nicht wegräumen, alle Einkäufe werden sofort eingepackt und schon fertig hingestellt. Alles ist super organisiert. Ich mag auch die Freundlichkeit in Amerika. Ich empfinde sie, vor allem bei Mitarbeitern, als sehr ehrlich und echt. Sie fragen einen häufig nach dem eigenen Tag oder interessieren sich kurz für einen, und für mich wirkt das alles sehr authentisch. In Deutschland hört man zwar oft „Einen schönen Tag noch!“, aber allein an der Betonung merkt man, dass es eher eine Pflichtfloskel vom Arbeitgeber ist und nicht wirklich von Herzen kommt.
Auch wenn man in Amerika einfach so Leute auf der Straße trifft, kommt man total schnell ins Gespräch. Die Menschen sind unglaublich freundlich und es ist sehr leicht, dort Kontakte zu knüpfen. Ich mag auch, dass viele dort extrem offen und begeistert reagieren, wenn jemand besonders oder extravagant angezogen ist. Wenn jemand interessant aussieht, wird man oft direkt angesprochen und bekommt ein Kompliment. Das führt sofort zu Gesprächen, und das ist einfach eine wunderschöne Sache.
Außerdem liebe ich, dass es so viele Möglichkeiten gibt, in einem Haushalt zu wohnen, der einen Pool hat. Ich bin eine absolute Wasserratte und liebe das Schwimmen. Deshalb bin ich jedes Mal noch dankbarer, wenn ich einen Pool zur Verfügung habe, egal ob privat, in einer Gated Community oder einfach für die Nachbarschaft. Das Lustige ist, dass ich zu 99 % immer alleine im Pool bin, weil er kaum genutzt wird. Für mich ist das wunderschön, aber gleichzeitig frage ich mich, warum ihn niemand nutzt. Selbst am Abend ist meistens niemand dort.
Insgesamt begeistert mich das Land einfach. Amerika ist riesig und hat unglaublich viel zu bieten. Ich habe nicht einmal ansatzweise das gesehen, was man alles sehen kann. Es ist so vielfältig und landschaftlich wahnsinnig schön, und genau das fasziniert mich. Ich kenne viele, die wegen der politischen Lage oder aufgrund einer bestimmten Person das Land nicht bereisen würden. Aber mich hält das nicht davon ab. Ich kann das sehr gut trennen, und ich bin auch kein besonders politischer Mensch. Wenn ich reise, dann reise ich für mich oder mit Freunden und Familie, damit wir eine schöne Zeit haben und das tun, was wir wollen. Alles andere schiebe ich in den Hintergrund.
Ich versuche einfach, mir eine wundervolle Zeit zu machen, und Amerika ist wirklich ein ganz besonderes Land, das so viele tolle Ziele bietet, die unglaublich schön sind. Es gibt noch so viele Orte dort, die ich unbedingt sehen möchte. Insgesamt sind es vor allem diese positive Art der Menschen, die mich begeistert und die ich einfach wunderschön finde, und die Vielfältigkeit.
Menschen und Kontakte auf Reisen
16. Hast du unterwegs Menschen kennengelernt oder Kontakte geknüpft, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?
Ja, das ist tatsächlich schon häufiger passiert. Unabhängig von TrustedHousesitters hatte ich solche Begegnungen auch einfach so. Ein Beispiel war in New York, als ich mit der Roosevelt Island Tram gefahren bin. Die Gondel war voll, bestimmt 30 Menschen, und plötzlich stellte eine eindeutig einheimische New Yorkerin laut die Frage in die Runde, ob sie die einzige Bewohnerin sei oder ob wir alle nur Touristen wären. Und ich war tatsächlich die einzige, die geantwortet hat, weil es wirklich nur Touristen waren, denke ich. Ich glaube, viele kennen diese offene, freundliche Art gar nicht und reagieren deshalb nicht. Das ist zumindest meine Interpretation.
Wir haben uns dann die komplette Fahrt über unterhalten und sogar nach dem Aussteigen noch lang weitergequatscht über alles Mögliche: wie lange sie schon dort lebt, wo sie zwischendurch gewohnt hat, wer sie ist. Am Ende haben wir Nummern und E-Mail-Adressen ausgetauscht und sind seitdem im guten Kontakt. Als ich das nächste Mal in New York war, haben wir uns sogar noch einmal auf einen Kaffee getroffen. Solche Begegnungen sind einfach etwas ganz Besonderes.
Bei TrustedHousesitters ist es aber noch einmal etwas anderes, besonders, wenn man ein paar Tage mit den Besitzern verbringt, bevor man den Housesit übernimmt. Da passiert es super oft, dass sie wahnsinnig dankbar sind, sich total freuen, dass man sich die Zeit nimmt und sich um ihre Tiere kümmert. Man kommt schnell in Gespräche, weil wir alle totale Tiermenschen sind und Tiere über alles lieben. Dadurch entsteht eine ganz besondere Verbindung.
Auch die Fotos und Videos, die ich während des Housesits mache, tragen dazu bei. Die Besitzer sehen, wie sehr ich involviert bin und wie stark die Tiere mit mir interagieren. Manchmal machen die Tiere Dinge, die eigentlich total untypisch für sie sind: sich auf meinen Schoß legen, mit meinem Gesicht kuscheln oder mich ablecken. Das zeige ich dann auch den Besitzern, weil ich es süß finde, und oft weiß ich gar nicht, dass das Tier sowas sonst nie macht. Dann bekomme ich plötzlich eine Nachricht, wie unglaublich das für sie ist.
So kommt es oft, dass ich direkt für den nächsten Housesit eingeladen werde, teilweise quer durch Amerika. Zum Beispiel hatte ich einen Housesit in Philadelphia. Die Besitzer sind später nach Portland in Oregon gezogen, und ich wurde direkt wieder eingeladen. In Naples (Florida) darf ich auch jederzeit wiederkommen; genauso in Schottland, Frankreich oder New York. Erst vor Kurzem habe ich eine spontane Anfrage aus New York bekommen, ob ich im November und sogar über Weihnachten und Silvester für ihre Katze wiederkommen könnte. Das Apartment war der Wahnsinn – 24-Stunden-Doorman und 6.500 USD Miete im Monat. Ich wäre unglaublich gerne hingefahren, aber leider war dieser Zeitraum schon verplant.
So bekomme ich immer wieder Nachrichten, und wir bleiben super eng miteinander verknüpft. Besonders mit meinem absoluten Seelenverwandten in Philadelphia. Ich bekomme regelmäßig Videos und Nachrichten, wie es ihm geht und was er macht. Er ist 15 Jahre alt, und ich hatte ihm damals einen Laserpointer gekauft. Seitdem spielen die Besitzer ständig damit und schicken mir Videos, wie er dem Licht nachjagt. Da bekomme ich jedes Mal Tränen in die Augen, weil ich ihn so sehr vermisse.
Aber auch unabhängig von der App kann man in Amerika unglaublich leicht Kontakte knüpfen. Das beginnt schon in einem ganz normalen Café. Man fragt einfach, ob man sich dazusetzen darf, und schon fängt die Unterhaltung an. Das habe ich so oft erlebt. Es gibt unzählige Beispiele, wie ich mit Menschen ins Gespräch gekommen bin. Es ist praktisch unmöglich, es nicht zu tun, wenn man nur ein kleines bisschen offen ist.
Amerika macht das einfach super easy.

Seelenkater Wilfred und andere Highlights
17. Welche Stadt oder welcher Housesit bleibt dir emotional besonders hängen – und weshalb?
Tatsächlich gibt es in Amerika einen Housesit, der mich ganz besonders geprägt hat, weil ich dort meinen Seelenverwandten gefunden habe, einen wunderbaren Kater namens Wilfred. Auch hier war es wieder so, dass diese Verbindung sofort da war. Wilfred ist ein 15 Jahre alter Kater, den ich 9 Tage lang in Philadelphia betreuen durfte. Und von Tag 1 war es sofort eine ganz besondere Verbindung. Egal in welchen Raum ich gegangen bin, er ist mir sofort gefolgt, hat sofort meine Nähe gesucht und sich auf meinen Schoß gesetzt.
Und etwas ganz Besonderes war, wie er mit mir geschlafen hat. Ich liege gerne auf der Seite und strecke meinen unteren Arm aus, und den oberen Arm winkel ich vor mir an. Und jedes Mal hat er sich in meinen oberen Arm hineingelegt und sein Köpfchen auf meinen unteren Arm gelegt. Er hat meinen unteren Arm wie ein Kissen benutzt und meinen oberen Arm wie eine Decke, die ihn umrandet. Er wollte immer, dass wir genau so zusammenliegen. Und das war nicht nur tagsüber so, sondern auch die ganze Nacht. Wenn ich mich in der Nacht gedreht habe, lag er erst kurz an meinem Rücken, aber nur ungefähr zehn Sekunden lang, und dann ist er sofort wieder auf die andere Seite gekommen und hat sich wieder in meine Arme gelegt, genau in die gleiche Position. Und wenn er zuerst die Position wechseln wollte, ist er einfach über meinen ganzen Körper geklettert, hat mich damit wachgemacht und mir gezeigt, dass er möchte, dass ich mich umdrehe. Dann habe ich mich für ihn umgedreht und wir haben weiter zusammen in dieser Haltung geschlafen.
Ich beschäftige mich einfach viel mit Katzen und damit, was sie mögen. Ich habe dann auch schnell festgestellt, dass er super gerne bei mir mitisst, wenn ich esse. Ich habe dort immer sehr viel gekocht, um Geld zu sparen. Und die netten Besitzer von Wilfred haben mir auch ein paar Lebensmittel zu Hause gelassen, was ich auch super lieb fand. Damit habe ich dann gekocht. Da war natürlich auch Fleisch dabei, was gut riecht für Katzen. Ich habe die Besitzer gefragt, ob das in Ordnung ist, und sie haben Ja gesagt. Dann habe ich immer kleine Portionen abgeschnitten und versucht, ihn ein bisschen auszutricksen, da er ja schon alt ist. Ich habe das Fleisch an einer Möhre oder Kartoffel gerieben und es ihm dann hingelegt, und er hat es genüsslich gegessen. Am Ende sogar, ohne dass ich es aneinanderreiben musste. Natürlich hat er auch Fleisch bekommen, aber er hat tatsächlich dann gerne Möhre und Kartoffeln gegessen. Als ich den Besitzern solche Videos geschickt habe, fanden sie es super witzig, weil er noch nie in seinem Leben Gemüse gegessen hat.
Ich habe auch über die Tage einen Laserpointer besorgt und eine Federangel als Spielzeug, was er alles bisher nicht kannte. Das hat das Ganze noch besonderer gemacht, weil ich seine Reaktionen auf Dinge gesehen habe, die er noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Diese ganze Verbindung zwischen uns war so stark, dass er immer bei mir sein wollte. Auch auf dem Balkon. Wenn ich kurz rausgegangen bin, ist er auf meinen Schoß gesprungen und wir haben zusammen das Wetter angeschaut. An einem Tag hat es geregnet, aber der Balkon war überdacht. Es war warm und gemütlich und wir haben uns einfach gegenseitig eine wunderschöne Zeit gemacht.
Das Ganze hat dazu geführt, dass ich morgens zwei bis drei Stunden länger geblieben bin und dass wir am Abend zwei bis drei Stunden einfach nur gekuschelt haben, weil es so schön war. Es war überhaupt kein Zeitverlust, im Gegenteil. Jeden Tag hatte ich Angst, dass die Zeit viel zu schnell vorbeiging, weil es einfach so wunderschön war. Und diese ganze Verbindung haben die Besitzer auch mitbekommen. Am Ende war es so, dass er tatsächlich über eine Woche lang, nachdem ich weg war, jeden Tag mehrere Stunden an der Haustür gewartet hat. Ein Verhalten, das er sonst niemals zeigt. Er sitzt niemals an der Haustür und wartet dort. Sie haben mir gesagt, dass er über eine Woche jeden Tag gehofft hat, dass ich zurückkomme. Einerseits finde ich das süß und andererseits traurig, weil ich ihn auch jeden Tag wahnsinnig vermisse.
Solche wunderbaren Momente führen auch dazu, dass ich zum nächsten Housesit eingeladen werde. In diesem Fall hat mir Philadelphia aber gar nicht gefallen. Es ist schön, um es einmal anzuschauen, aber es ist auch sehr gefährlich. Ich habe mich unsicher gefühlt und die Stadt hat mir nicht wirklich gefallen, bis auf ein paar schöne Orte, die es in jeder Stadt gibt. Ein paar besondere Orte. Deshalb habe ich Philadelphia eigentlich für mich schon ausgeschlossen. Doch nachdem die Zeit mit Wilfred so toll war, habe ich gedacht, dass ich trotzdem nochmal wiederkommen möchte. Ich habe zum Beispiel auch einen Tagesausflug nach Washington gemacht, was sehr schön war. Es gibt ja auch andere schöne Gegenden in der Umgebung. Und deswegen habe ich gedacht, dass ich vielleicht doch wiederkomme.
Aber tatsächlich ziehen die Besitzer bald nach Portland in Oregon. Das ist natürlich toll, weil ich unbedingt Wilfred wiedersehen möchte. Er ist ja schon 15 und man weiß nie, wie lange ein Tier noch lebt. Wir sind in sehr engem Kontakt und schreiben uns regelmäßig bei WhatsApp. Ich bekomme Videos und Updates. Zum Beispiel auch eins, wo sie mit dem Laserpointer spielen und sich dafür bedanken, dass ich ihnen das gezeigt habe, weil Wilfred diesen Laserpointer über alles liebt und den ganzen Tag hinterherläuft.
Am Ende des Aufenthaltes habe ich ganz viele süße kleine Geschenke für die Besitzer und für Wilfred dagelassen. Sie haben sich so sehr gefreut. Das ist etwas, was ich bei den Housesits immer mache, weil ich es einfach eine super süße Geste finde. Sie überlassen mir ihre komplette Wohnung und dafür kann ich mich ein bisschen bedanken.
Ich hoffe sehr, dass ich Wilfred ganz bald wiedersehen werde. Und tatsächlich gab es mehrere solcher Housesits, bei denen ich ganz besondere Tiere kennenlernen durfte. Und das ist wunderschön.

Ansonsten war alles in Amerika für mich einzigartig und bleibt für immer eine emotionale Verbindung für mich. Es ist eine ganz besondere Erinnerung, weil ich unter normalen Umständen niemals so viele wahnsinnige Dinge in so kurzer Zeit hätte erleben dürfen. Ich meine, ich war allein in diesem Jahr viermal in Amerika. Ich war zweimal in New York, ich war in Florida, ich habe eine komplette Westküstenreise gemacht mit Los Angeles, San Diego, San Francisco und Seattle, und ich war außerdem noch in Philadelphia und Washington. Das alles waren absolute Traumziele von mir, Orte, von denen ich dachte, dass ich sie irgendwann mal sehen werde, vielleicht verteilt über die nächsten 20 Jahre.
Ich bin absolut arm auf einem Bauernhof aufgewachsen. Ich bin die erste, die das Abitur gemacht hat. Für mich sind solche Dinge absolut nicht selbstverständlich.
Und wenn ich dann in 20 Jahren auf die Reise von 2025 zurückblicken werde, dann werde ich ein ganz anderes Gefühl haben, weil ich so unfassbar dankbar bin, dass ich in so jungen Jahren so viel sehen durfte, von dem ich dachte, dass ich es vielleicht niemals sehen kann oder mir das finanziell niemals ermöglichen kann oder eben erst sehr viel später. Deshalb bin ich unglaublich dankbar, dass es diese App gibt und dass das alles so super funktioniert. Deshalb ist allgemein jedes Ziel und jeder einzelne Sit für mich sehr bedeutungsvoll.
Ich kann mich auch noch an meinen allerersten Haussit erinnern. Da hatte ich drei Katzen für drei Wochen. Und ich musste am Ende tatsächlich nicht weinen, weil ich den Ort verlassen musste, sondern wegen der Katzen. Weil ich wusste, dass ich sie vielleicht irgendwann wiedersehen werde, ja, aber jetzt erstmal gehen muss, was mir unglaublich schwer fiel. Das ist für mich jedes Mal eine wahnsinnige Herausforderung, weil ich alle Tiere so sehr liebe und immer eine starke Bindung aufbaue. Manchmal vielleicht zu stark, so wie mit Wilfred.
Die Verbindung zu Wilfred ist zum Beispiel so stark, dass ich wirklich sehr oft an ihn denke. Manchmal schreibe ich den Besitzern ganz spontan, oder er kommt mir einfach so in den Sinn, in Japan in einem Café, das Milchschaum mit Bildern deiner Katze oder deines Hundes auf den Kaffee zaubern kann. Und ich habe natürlich das Bild von Wilfred genommen, damit sie mir Wilfred auf meinen Latte Macchiato zaubern und ich ihn anschauen kann. Dieses Bild habe ich dann auch den Besitzern geschickt, und sie waren außer sich vor Freude. Sie fanden es wahnsinnig süß und haben mir gleich wieder ein neues Video von Wilfred geschickt. Sie erzählen mir auch immer wieder, dass sie mit ihm über mich sprechen, und schreiben dazu, dass es „silly“ ist. Aber ich sage dann immer, dass ich das überhaupt nicht silly finde, sondern unglaublich süß und schön.
Wer gut aufgehoben ist und wer nicht
18. Für wen eignet sich Housesitting in den USA besonders gut, und wem würdest du eher abraten?
Amerika würde ich tatsächlich nicht unbedingt für jemanden empfehlen, der noch gar nicht viel durch die Welt gereist ist, weil man viel beachten muss. Das fängt schon mit diesen ganzen Fragen an, spätestens wenn man dann vor Ort ist und gelandet ist, was einem alles gefragt wird, wie man sich vorbereiten muss, was man beachten muss. Da sollte man sich vorher sehr viel und gut mit befassen, was alles auf einen zukommen kann, und auf jede Frage, die einem dort gestellt wird, die passende Antwort parat haben, beziehungsweise wissen, welche Regeln es gibt.
Während dieser ganzen Jahre, in denen ich gereist bin, habe ich tatsächlich im Jahr 2022 privat bei meinen zwei kleinen Reisen im Jahr gemerkt, dass genau das ist, was ich gerne mache und was ich auch viel mehr machen möchte. 2023 habe ich mir meinen bis dahin kleinen Traum erfüllt und eine längere Europareise gemacht, alles damals noch ohne Housesitting. Und mir wurde immer mehr klar: Ich liebe das Reisen über alles und möchte unbedingt mal einen längeren Zeitraum reisen, auch in der ganzen Welt und nicht nur in Europa. Denn tatsächlich war ich bis zum 28. Oktober 2023 niemals außerhalb von Europa. Ich startete meinen Flug nach New York, mit Hostelübernachtung, wirklich dem günstigsten Hostel, und gleichzeitig möglichst günstigen Lebensmitteln vor Ort und ein paar Aktivitäten. Ich habe damals ungefähr 2800 Euro für alles ausgegeben für acht Tage New York. Deshalb war mir damals klar: Das ist ’once in a lifetime‘, das werde ich erstmal jetzt nicht so schnell wieder machen können. Und ja, tatsächlich ist es dann doch einfach viel, viel mehr geworden.
Zum Beispiel als Vergleich: Von Hamburg nach Los Angeles/San Diego/San Francisco/Seattle haben alle meine Flüge sowie der Flug zurück nur 600 € gekostet. Durch die Housesits lagen meine Kosten bei 0 € für die Unterkünfte. Ich hatte zwischendurch mal eine Nacht nicht abgedeckt. Da habe ich ca. 100 € ausgegeben. Und Lebensmittel und Ausflüge/öffentliche Verkehrsmittel ca. 1.200 €. Das macht in Summe ca. 1.900 € für 22 Tage Amerika Westküste insgesamt. Gegenüber 2.800 € New York für 8 Tage damals ohne Housesit.
Durch das ganze Reisen mit Housesitting ist seit November 2024 wirklich sehr viel passiert. Ich habe mittlerweile über 20 Housesits gemacht. Da wird man mit jeder Reise einfach viel routinierter. Man weiß, was man vorher recherchieren muss, worauf man achten muss. Aber Amerika ist eben etwas ganz Besonderes im Sinne davon, dass schon allein die Gesetze dort komplett anders sind. Das ist für uns absolut nicht alltäglich, dass praktisch jeder mit einer Waffe herumlaufen kann.
Ich kenne zwar auch sehr komische Gestalten aus großen Städten in Deutschland. Aber ich muss schon sagen, in Amerika gibt es sehr viel schneller gefährliche Situationen und Gebiete. Dinge, die dir passieren können, womit du einfach nicht rechnest, wenn du noch gar nicht in der Welt unterwegs warst, machen die USA vielleicht nicht zum besten Ziel, wenn man darauf nicht vorbereitet ist. Wenn man allerdings schon viel gereist ist, dann ist die USA auf jeden Fall ein gutes Ziel. Man darf sich auch nicht zu sehr Angst machen. Ich bin eher ein Fan davon, mich nicht komplett von der Angst leiten zu lassen. Ich betreibe zwar die ganze Recherche, ich weiß, was alles sein könnte, wo es überall gefährlich sein könnte, was alles passieren kann, ich lese sehr viel vorher, aber trotzdem lasse ich mich nicht von Angst zerfressen.
Wenn ich Lust habe, zu Fuß irgendwo langzugehen, dann mache ich das. Durch die eine oder andere doch etwas gefährliche Erfahrung habe ich mir für bestimmte Gegenden angewöhnt, lieber solche Gegenden gar nicht erst zu besuchen.
Ich finde, Amerika ist ein gutes Ziel für offene Menschen in jeglicher Hinsicht, weil jeder seinen Geist frei auslebt. Da wird niemand schief angeguckt, wenn man anders aussieht, viele Tattoos hat, eine andere Haarfarbe oder speziell gekleidet ist. Jeder kann das so tragen, wie er möchte, ohne dass man verurteilt wird.
Vielleicht sollte man genau da einfach ein bisschen offen sein. Ich kann längst nicht behaupten, dass ich die ganze USA gesehen habe. Florida, die Gegend um New York herum, also die Ostküste, und auch die Westküste sind die Ziele, die die meisten Menschen zuerst in Betracht ziehen. Die USA sind nun wirklich noch viel, viel größer, und ich denke, dort gibt es noch sehr viel mehr zu sehen, was ich auf jeden Fall zukünftig entdecken möchte.
Kurz zusammengefasst: Man sollte alleine gut zurechtkommen, routiniert sein und sich schnell an neue Umstände gewöhnen können. Viele Dinge mit den öffentlichen Verkehrsmitteln beispielsweise muss man erstmal recherchieren. Im Prinzip ist alles relativ leicht. Man besorgt sich oft eine Karte, die für alle öffentlichen Verkehrsmittel gilt, lädt diese auf, aber man muss sich erstmal damit auseinandersetzen, auch mit den ganzen Verbindungen, wie lang, wo, wie man mit Zügen von A nach B kommt, falls man öffentlich unterwegs ist.
Wenn man sich vor Ort ein Auto ausleihen möchte, muss man auch vieles beachten und vorher Zeit und Arbeit investieren, um den internationalen Führerschein zu beantragen. Außerdem sind die Verkehrsregeln in Amerika anders. Schon angefangen damit, dass du auf der Autobahn, wenn du auf der mittleren von drei Spuren fährst, von beiden Seiten überholt werden kannst. Alles in Amerika ist so viel größer, als wir es kennen. Das kann überwältigend sein.
Und vor allem beim Housesitting haben die meisten alles technisch geregelt mit Codes, dass man praktisch niemandem begegnet, sondern einfach nach Hause kommt, hineingeworfen wird in die Wohnung mit den Tieren, niemanden trifft und direkt sein Abenteuer startet, mit einem Türcode, der einen in eine völlig fremde Wohnung und eine völlig fremde Welt hineinlässt.
Aus meiner Erfahrung sind die meisten Housesits so, dass man die Menschen gar nicht persönlich kennenlernt und man sich allein zurechtfinden muss. Das kann für jemanden, der noch wenig Erfahrung hat, herausfordernd sein. Gleichzeitig lernt man so aber unglaublich viel über Selbstständigkeit, Organisation und Vertrauen in sich selbst. Amerika ist also ein Land voller Möglichkeiten, aber man sollte vorbereitet, offen und eigenständig sein, um das Beste daraus machen zu können.
Julies Tipps für Housesitting in den USA
19. Welche Tipps gibst du anderen, die in den USA Häuser hüten möchten?
In Amerika sollte man sich bewusst sein, dass diese Häuser riesig sein können. Es gibt unfassbar viele Ecken, und wenn man dann zum Beispiel Hunde hütet, die im ganzen Haus herumlaufen dürfen, dann muss man dementsprechend nachher auch wirklich viel putzen.
Dazu sollte man immer beachten, dass Amerika, wenn man nicht gerade in einer Großstadt ist, sondern eher in einer ländlichen Umgebung oder selbst in Los Angeles in einem Randgebiet, ganz andere Anforderungen hat. Los Angeles ist ja sehr, sehr groß. Dann kann es sein, dass man gar keine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel hat. Man ist entweder darauf angewiesen, sich ein Auto auszuleihen, oder wenn man vom Host kein Auto nutzen darf, hat eventuell Einschränkungen, was die Ausflüge betrifft.
Es ist für mich immer ganz wichtig, vorher ganz genau zu recherchieren, welche Adresse wo ist, wie ich von A nach B komme und dass ich das vorher wirklich genau geregelt habe. Das Einzige, was manchmal ein bisschen schade bei der App ist: Bevor der Host nicht zugestimmt hat, weiß man eben nicht die genaue Adresse. Manchmal sind dort auch Orte angegeben, die dann den wahren Wohnort ein wenig verschleiern.
Das heißt, zum Beispiel habe ich viele Sits in London gemacht und habe natürlich dafür in London gesucht. Viele geben dann London an, ich denke aus Attraktivitätsgründen, um viele Bewerbungen zu bekommen. Aber letztendlich sind diese Housesits meistens gar nicht direkt in London und manchmal 1 1/2 Stunden mit der Bahn entfernt. Für jemanden, der gerne London erkunden möchte und dann vielleicht Hunde hat, die maximal vier Stunden alleine sein können, macht das natürlich keinen Sinn, wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist.
In Amerika ist wirklich alles noch einmal so viel größer. Dementsprechend sollte man vorher genau schauen, wo dieser Housesit ist, und ob man das, was man machen möchte, auch wirklich machen kann. Ich finde, jeder, der Housesitting macht, sollte Tiere im Herzen tragen und das nicht nur aus Reisegründen tun. Das Wohl der Tiere sollte an erster Stelle stehen. Man sollte schauen, dass man diese Zeit eben auch in erster Linie mit den Tieren investiert.
Zum Beispiel freue ich mich wahnsinnig auf einen Sit in Hawaii, drei Wochen Hawaii. Ich war noch niemals dort, es ist ein absolutes Traumziel von mir. Aber ich betreue dort auch drei Hunde. Diese drei Hunde haben spezielle Anforderungen. Die Besitzer möchten gerne, dass die Hunde an bestimmten Stränden spazieren gehen, an bestimmten Orten. Ich bekomme dafür sogar das Auto, aber es ist auch eine Zeit, die ich dafür investieren muss, mit den Hunden dorthin zu fahren, was ich persönlich aber wunderschön finde, diese Zeit mit ihnen zu haben.
In diesem Fall sind es kleine Hunde, und ich kann leider nicht den ganzen Tag draußen mit ihnen verbringen, wie ich es zum Beispiel in Schottland mit sehr großen Hunden konnte und auch in der Zukunft wieder machen werde, weil ich dort noch einmal eingeladen bin. Das heißt, ich muss immer zu diesen speziellen Stränden oder Parks fahren, mit den Hunden spazieren gehen, wieder zurück, sie füttern usw. Dann darf ich sie natürlich auch alleine lassen. Aber trotzdem ist es sehr viel Arbeit, was für mich aber überhaupt nicht schlimm ist. Dazu kommt noch, dass die Besitzer Vögel haben. Auf diese Erfahrung bin ich schon sehr gespannt. Man muss sich immer der Verantwortung bewusst sein, die man trägt. Ich hatte tatsächlich auch schon Fälle, wo einfach plötzlich das Tier unwohl war und ich zum Tierarzt musste. Sowas kann immer passieren, und ich hatte auch schon Housesits mit sehr kranken oder alten Tieren. Zum Beispiel hatte ich einmal einen Sit mit drei kleinen, süßen Hunden in Dublin, und zwei von denen waren sehr alt. Einer musste täglich Tabletten bekommen, der andere täglich zwei Spritzen. Dieses Verabreichen von Spritzen ist vielleicht auch nicht für jeden etwas, und da muss man immer schauen, ob man das alles so machen kann. Für mich ist das absolut gar kein Problem. Der dritte Hund war dagegen sehr jung und wollte mehr laufen. Deshalb bin ich zusätzlich immer noch mit ihr (ein Weibchen) alleine rausgegangen und sie konnte sich ohne Leine auspowern. Die anderen beiden mussten immer an der Leine bleiben, weil der eine fast blind und der andere taub war.
Ich habe es tatsächlich bis jetzt geschafft, alle Sits in Amerika ohne Auto zu machen. Das heißt, ich habe mir wirklich immer Angebote gesucht, die relativ zentral lagen. Das hat super funktioniert. Auch wenn mich jeder vorher davor gewarnt hat, dass ich ohne Auto aufgeschmissen sei, zum Beispiel in Los Angeles. Aber am Ende hat das super funktioniert.
Trotzdem habe ich vorher einen internationalen Führerschein in Deutschland beantragt und mitgenommen. Ich kann theoretisch vor Ort Autofahren, beziehungsweise dementsprechend dann in Hawaii in der Zukunft. Außerdem muss man sich bewusst sein, dass viele Häuser in Amerika wirklich auf einem hohen technischen Niveau sind. Wenn man das Haus betritt, gibt es manchmal viele Sicherheitskameras, es gibt Sicherheitscodes, man muss für dieses technische Verständnis ein wenig offen sein und damit zurechtkommen. Das war für mich am Anfang tatsächlich relativ schwierig.
Ich kann mich erinnern, wie es in Florida war. Es war alles so ungewohnt in dieser Gated Community. Ich hatte einen Schlüssel für das Tor außen, wo alle mit dem Auto durchfahren. Es war erstmal ein Struggle, zu Fuß durchzukommen und zu schauen, wie das funktioniert. Dann kam ich mit dem Schlüssel in die Villa hinein. Und am Ende des sits, da wir uns nicht persönlich gesehen haben, musste ich schauen, wie ich dann zum Flughafen komme. Das war alles etwas kompliziert, weil ich den Schlüssel in der Villa lassen musste, ihn aber brauchte, um aus der Gated Community hinauszukommen. Solche Dinge muss ich dann irgendwie selbst auseinanderfriemeln und hinbekommen. Aber letztendlich ist das alles machbar, wenn man sich mit Dingen auseinandersetzt. Auch die Garage hatte eine besondere Art, wie ich sie von innen öffnen musste, um die Mülltonnen rauszubringen, und wieder einen anderen Mechanismus, wie ich sie schließen musste. Kompliziert und nicht einfach mit Knopfdruck. 😅
Und auch innerhalb der Wohnung gibt es oft vieles, worauf man sich einstellen muss. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, eine solche Wohnung oder ein solches Haus zu nehmen, wenn man einen Sit machen möchte. Erstens, um sich daran zu gewöhnen, und zweitens, weil es solche Vorkehrungen wohl aus bestimmten Gründen gibt. In Florida gab es unter anderem auch bestimmte Vorkehrungen im Falle eines Hurrikans. Das war viel zu merken und ich war nervös, falls es wirklich dazu kommen sollte.
Und zu den öffentlichen Verkehrsmitteln: Wenn man das Geld nicht ausgeben möchte für ein Auto, kann Housesitting funktionieren, mit viel vorheriger Planung, Recherche und dem richtigen Sit an der richtigen Stelle. Man muss nur vorher ein wenig Zeit investieren, um das alles zu recherchieren. Wenn man auf ein Auto angewiesen ist, sollte man in der App die Funktion aktivieren, dass man nur nach einem Sit sucht, bei dem auch ein Auto inklusive ist, was bedeutet, dass man das Auto der Besitzer nutzen darf.

Julies Pläne für weitere USA Trips
20. Und zuletzt: Wenn du wieder in die USA reist, würdest du erneut housesitten? Und welche Städte oder Staaten stehen dann auf deiner Liste?
Tatsächlich möchte ich am liebsten komplett durch die ganze USA reisen, am liebsten alles erkunden, aber das ist eben leider auch mit sehr viel Geld verbunden. Ich hatte tatsächlich schon die Möglichkeit, unter anderem nach Texas und Carolina, Georgia und das weitere Umland um Seattle zu erkunden, was ich auch gerne alles gemacht hätte, aber manchmal kommen solche Dinge eben auch nicht zustande, weil es dann doch nicht mehr in meinen Plan oder in mein Budget passt oder andere Dinge dazwischenkommen, leider.
Deswegen ist es manchmal ärgerlich, aber so ist das Leben. Zum Beispiel hätte ich in Texas tatsächlich einen Sit gehabt mit Auto und ein ganzes Haus voller Katzen. Ich glaube, es waren zwölf Katzen und zwei Hunde, worauf ich mich wahnsinnig gefreut habe und auch hier den Fokus auf die Tiere gelegt hätte, aber es hat einfach alles zeitlich nicht geklappt.
Ich bin wirklich offen für jede Region in den USA. Ich werde auf jeden Fall wieder dorthin reisen. Ich finde Florida super interessant. New York bleibt immer in meinen Gedanken. Praktisch jeden Tag ploppt ein New-York-Sit bei mir auf, da ich so viele gespeichert habe, die mir gefallen. Und wenn man die einzelnen Tiere und ihre Besitzer abspeichert und mit einem Herzchen markiert, bekommt man jedes Mal, wenn sie jemanden suchen, eine Benachrichtigung. Und deshalb bekomme ich wirklich oft solche Nachrichten und denke dann immer, ich könnte schon wieder nach New York, wo ich jetzt tatsächlich schon viermal war.
Aber New York ist und bleibt einfach faszinierend und tatsächlich für mich niemals langweilig. Aber ich bin, wie gesagt, wirklich komplett offen für jede Region. Ich habe einfach mit der Westküstenreise und New York meine Hauptziele erreicht, das, was ich immer wollte. Florida war so ein „Ich traue mich einfach mal, das auszuprobieren, obwohl dort Hurrikan-Saison ist, Ding“. Und Philadelphia war tatsächlich auch relativ spontan. Ich habe damals gar nicht in erster Linie nach Philadelphia gesucht, also nicht nach der Stadt. Ich wollte nie unbedingt nach Philadelphia. Ich habe nie den Wunsch gehabt, ich muss unbedingt jetzt Philadelphia sehen.
Sondern da war es der kleine Wilfred tatsächlich. Seine Bilder waren so niedlich und wir hatten einen Videocall, wir haben uns kennengelernt, wir haben uns so gut verstanden. Also ich meine natürlich den Besitzer und nicht Wilfred in dem Moment.🤣 Aber es war einfach alles sehr harmonisch. Und dann dachte ich mir: Komm, dann schaue ich mir eben Philadelphia an, und ich bereue das absolut nicht. Wilfred war so special und ist jeden Tag in meinem Herzen.
Und ich muss auch sagen, bisher hat mir kein Ort nicht gefallen, an dem ich mit TrustedHousesitters war. Jeder Ort hat etwas Magisches, und selbst wenn eine Stadt nicht hundert Prozent meinem Geschmack entspricht, wie eben Philadelphia, das war tatsächlich der Ort, der mir auf meinen ganzen Reisen am wenigsten gefallen hat, dann bleiben trotzdem immer noch die Tiere, die wahnsinnig wundervollen Tiere. Und die sind zu 99,9 Prozent das, was mich glücklich macht.
Von daher schaue ich tatsächlich immer erst auf die Tiere. Das ist das Erste, was ich mache. Ich gucke gar nicht auf den Ort. Ich gucke auf die Tiere, auf die Bilder, ob mich diese Tiere so faszinieren, dass ich sie unbedingt kennenlernen möchte. Und dann gucke ich, wo dieser Sit überhaupt ist. Ach okay, der ist jetzt in Tennessee, in Chicago oder wo auch immer. Und dann schaue ich, ob das vom Datum her passen könnte, vom Ort her, von der Zeit her. Denn in erster Linie geht es bei mir tatsächlich um die Tiere. Am Ende bleibt nur eines: Tiere sind meine größte Leidenschaft und meine tiefste Verbindung. Sie geben mir das Gefühl, genau dort zu sein, wo ich hingehöre, denn egal wohin mich meine Reisen führen, Tiere sind und bleiben mein Herz. Bei ihnen finde ich Ruhe, Sinn und die Art von Liebe, die mich jeden Tag erfüllt. Ich darf durch die Welt reisen und gleichzeitig bin ich umgeben von Tieren, die mich glücklich machen.
Fazit: Housesitting in den USA
Julies Erfahrungen zeigen, dass Housesitting in den USA ein echter Gamechanger sein kann, besonders in teuren Städten wie New York oder an der Westküste. Wer gute Bewertungen hat, schnell reagiert und sich vorab mit Lage, Distanzen und der Mobilität vor Ort beschäftigt, kann sehr zentral wohnen und gleichzeitig intensive Zeit mit den Tieren verbringen.
Gleichzeitig läuft Housesitting in den USA häufig etwas anders ab als in Europa. Oft funktioniert vieles über Welcome Guide, Türcodes und Messenger-Kommunikation, ohne dass man die Hosts persönlich trifft. Das kann wunderbar klappen, setzt aber voraus, dass man eigenständig ist und Verantwortung wirklich ernst nimmt. Julies wichtigster Punkt bleibt deshalb klar: Nicht die Destination steht an erster Stelle, sondern das Wohl der Tiere. Wenn du tierlieb bist, flexibel planst und dich gut organisierst, bieten die USA unglaublich viele Möglichkeiten, vom kleinen Apartment bis zum großen Haus, von Großstadt bis Vorort.
Du möchtest nun selbst in den USA Häuser und Tiere sitten? Dann melde dich am besten bei einer internationalen Plattform wie TrustedHousesitters an und erstelle ein aussagekräftiges Profil. Wichtig ist dabei, dass du ehrlich, sympathisch und zuverlässig wirkst. Lade ein freundliches Foto hoch, erzähle etwas über dich und deine Motivation und erwähne, falls du schon Erfahrung mit Tieren oder Hausbetreuung hast. Nutze dazu auch Bilder von dir, die dich mit Tieren zeigen.
Die Anmeldung bei TrustedHousesitters ist zunächst komplett kostenlos*. Um dich auf einen Housesit zu bewerben, benötigst du eine kostenpflichtige Housesitter-Mitgliedschaft*. In der folgenden Tabelle siehst du die Jahrespreise & was die Mitgliedschaften unterscheidet:
Für Sitter gibt es die folgenden drei Optionen für jährliche Mitgliedschaften bei TrustedHousesitters:
Über diesen Link aktivierst du 15 % Rabatt auf alle TrustedHousesitters-Mitgliedschaften*.
Basic
Sitter
⭐ Beliebt
Standard
Sitter
wie Basic, zusätzlich:
Premium
Sitter
wie Standard, zusätzlich:
Suchfilter für Amerika einstellen:
Sobald dein Profil steht, kannst du gezielt nach Angeboten in den USA suchen. Zum Beispiel kannst du in der App von TrustedHousesitters auch Suchfilter und Suchticker anlegen. So wirst du benachrichtigt, wenn ein Angebot reinkommt, das deinen Kriterien entspricht.
Tipp: Viele amerikanische Hosts suchen Housesitter über Weihnachten und Neujahr sowie in den Sommerferien, weil sie in dieser Zeit selbst verreisen.
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